Rotwildfütterung

Österreichs Wild – Verhungert und zum Abschuss freigegeben?

Die Österreichischen Bundesforste sind eine Aktiengesellschaft, ihr Alleinaktionär ist die Republik Österreich. Mit der Betreuung und Bewirtschaftung von 10 % der Staatsfläche ist die ÖBf größter Forstbetrieb und größter Jagdflächeninhaber in Österreichs. Trotz Jahrhundertwinter haben die staatlichen Forstbetriebe als Grundbesitzer und Jagdverpächter die Reh- und Rotwildfütterung teilweise untersagt oder eingestellt. Dadurch verhungere das Wild qualvoll, kritisieren die Jäger. Die Bundesforste widersprechen, der Waldbestand sei durch die Zunahme an Verbissschäden in Gefahr. Der österreichische Privatfernsehsender Servus TV hat nun in zwei Dokumentationen und einer Talkshow den Konflikt rund um die
Rotwildfütterung in den Bergwäldern aufgegriffen. Der Sender begleitet u.a. einen ehemaligen Berufsjäger durch die tief verschneiten Wälder der Steiermark und gemeinsam entdecken sie einen verhungerten Hirsch, der für den Jäger das ganze Leid der Wildtiere symbolisiert. Ein „Whistleblower“, der jahrzehntelang Berufsjäger war, klagt die Bundesforste und Behörden an, denen es seines Erachtens nur um die Vermehrung des Geldes geht und die dem Wild den Kampf angesagt haben. Die Vertreter der Bundesforste wehren sich gegen diese Vorwürfe. Sie beklagen sich, dass das Wild den Wald durch Schälen und Verbeißen nachhaltig schädigt und damit rechtfertigen sie die Schließungen von
Rotwildfütterungen und die Aufhebung von Schonzeiten.

Der erste Teil der Reportage zeigt das Leid und das Elend des Rot- und Rehwildes im Winter auf und welche Folgen eine Gewinnmaximierung des Waldes haben kann.

Fotorechte: © Servus TV / Mabon

Im zweiten Teil der Reportage kommen Waldbesitzer zu Wort, die den Bundesforsten vorwerfen, dass nicht die Tiere, sondern die Waldbewirtschaftung der österreichischen Bundesforste die größten Schäden verursacht. In den Staatswäldern werden angeblich breite und riesige Forststraßen gebaut und große Waldflächen ohne Grund gerodet. Die Vertreter der österreichischen Bundesforste bestreiten diese Anschuldigungen vehement und sprechen von einer emotionalisierten Diskussion. Sie sind der Meinung, die Jäger wollen nur mehr Wild, um es dann auch bejagen zu können. Ist nun das Wild der größte Schädling des Waldes oder doch der Mensch?

Der 2. Teil „Servus Reportage: Unser Wald – Wer ist sein Feind? Tier oder Mensch?“ wird am Do., 14.03., ab 21:15 Uhr bei ServusTV gesendet.

Steht für den größten Waldverwalter Österreichs der Profit wirklich über der Tierliebe? Lassen die Bundesforste Hirsche bewusst verenden, um den Profit durch den Holzhandel zu steigern? Oder gehört es zum Kreislauf der Natur, dass sich die Wilpopulation durch strenge Winter selbst reguliert? Was ist dran am Vorwurf, dass Tiere durch ein Auflassen von Fütterungen verhungern und so gezielt dezimiert werden sollen? Eine Talkrunde des Senders Servus TV u.a. mit Franz Mayr-Melnhof-Saurau (Landesjägermeister Steiermark), Thomas Tscherne („Hirschflüsterer“) und Christine Miller (Wildtierbiologin) finden Sie hier.