Geweihe und Gehörne – Kultobjekte oder Botschaft?

Geweihe und Gehörne faszinieren, keine Frage. Ihre Träger sind begehrte Jagdbeute weltweit. Der imposante Kopfschmuck ist jedoch keine Laune der Natur, an der wir uns nur ergötzen können. Vielmehr werden Geweihe und Gehörne von den Männchen als Waffen eingesetzt, um sich Fortpflanzungschancen gegen Rivalen zu erkämpfen. Das ist umso wichtiger, da selbst langlebige Arten nur während einer relativ kurzen Lebensspanne aktiv an der Brunft teilnehmen können. Der neue FAUNAFOCUS Beitrag schildert eindrücklich, welche Investitionen die Tiere jedes Jahr tätigen und erklärt, warum eine nachhaltige Jagd diese biologischen Eigenheiten berücksichtigen muss. Auf dass die Grossen gross bleiben!

Neu erschienen in FAUNAFOCUS: Geweihe und Gehörne – Kultobjekte oder Botschaft? von Christa Mosler-Berger

 

Freie Fahrt für Weihnachtsmänner nur mit Rentieren!

Wenn Rudolf mit der roten Nase ein Rothirsch wäre, dann würde die Auslieferung der Geschenke auf fast der halben Fläche der Bundesrepublik Deutschland unmöglich sein. Zum Nikolaustag 2013 zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung die Gebiete in Deutschland, die bei der Geschenkevergabe leer ausgehen würden, wenn Rudolf ein Rothirsch wäre.

Freie Fahrt für Weihnachtsmänner nur mit Rentieren!

Deutsche Wildtier Stiftung: Geschenkelieferung per Rothirsch wäre bundesweit unmöglich

DeWiSt_RudolfKarte_webAlle Kinder kennen „Rudolf“: Er hat eine rote Nase, ist ein Rentier und hilft dem Weihnachtsmann bei der Auslieferung der Geschenke. Dabei kann sich der Weihnachtsmann glücklich schätzen, dass er ein Rentier und keinen Rothirsch vor seinen Schlitten gespannt hat! Nur mit einem Rentier hat der himmlische Geschenkebote freie Fahrt in ganz Deutschland! „Würde ein Rothirsch seinen Schlitten ziehen, wäre die Auslieferung der Geschenke in großer Gefahr“, betont Dr. Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Mit Rothirschen würde der Weihnachtsmann nämlich schnell an die Grenzen der sogenannten Rotwildbezirke stoßen.“ Und das bedeutet im Ernstfall Totalverlust der Tiere durch einen amtlich verordneten Abschuss!

Auf fast der halben Fläche der Bundesrepublik Deutschland wäre die Auslieferung der Geschenke per Rothirsch sogar unmöglich: „In sechs Bundesländern ist die Ausbreitung des Rothirsches per Gesetz verboten“, sagt Andreas Kinser. Besonders übel sähe es mit den Geschenken in Baden-Württemberg und Bayern aus: Hier dürfen Rothirsche nämlich nur auf vier bzw. 14 Prozent der Landesfläche leben. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert deshalb: „Freiheit für den Rothirsch“! Und das nicht nur zur Vorweihnachtszeit.

„Rudolf“ gehört als Rentier ebenfalls zur Familie der Hirsche (Cervidae). Doch Rentiere
und Rothirsche unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. „Bei Rentieren tragen auch die weiblichen Tiere ein Geweih“, sagt Kinser. Und während der Rothirsch in Deutschland gern „frei“ wäre, ist das Rentier die einzige Hirschart, die sich domestizieren lässt. Und das nicht nur vom Weihnachtsmann!

Publikation zu Hegegemeinschaften

Unter dem Titel „Der Hirsch und der Mensch“ hat die Deutsche Wildtier Stiftung einen Tagungsband rund um das Thema „Hegegemeinschaften“ herausgegeben. Das Buch enthält alle Vorträge und Poster-Präsentationen des 6. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung auf Schloss Wackerbarth bei Dresden.

7.RWS_TagBandCoverSHegegemeinschaften werden bei Diskussionen um die Höhe der Wildbestände und deren Einfluss auf ihren Lebensraum immer häufiger als Schlüssel zur Lösung von Konflikten genannt. Nachdem Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland die Hegegemeinschaften offiziell in die Verantwortung genommen und sie zu Körperschaften des öffentlichen Rechts gemacht hat, wird in vielen Ländern über einen ähnlichen Schritt diskutiert. In dem Tagungsband zu ihrem 6. Rotwildsymposium hat die Deutsche Wildtier Stiftung Beispiele und Vorschläge für ein vorbildliches Engagement von Hegegemeinschaften zusammengetragen. Die Beiträge u.a. zu den Themen Lebensraumgutachten, Kommunikationsstrategien oder Organisation von Nachsuchen geben Anstöße zur Weiterentwicklung der Hegegemeinschaften.

Hier erfahren Sie mehr zu der Publikation „Der Hirsch und der Mensch“.

Die Publikation „Der Hirsch und der Mensch“ kann im Internet unter www.Wildtierland.de oder unter Telefon 040 970786910 bestellt werden.

Wanderausstellung „Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“

Mit der Wanderausstellung „Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“ bietet die Deutsche Wildtier Stiftung seit Anfang 2013 eine neue Informationsplattform rund um das Rotwild an. Die Wanderausstellung ist dabei für Familien und Naturfreunde wie für Fachleute gleichermaßen interessant. Sie wurde durch das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Mitteln aus der Jagdabgabe gefördert.

Inhalt der Ausstellungswände
  • Der Rothirsch – Biologie und Verhalten
  • Rituale und Rivalen – Das Jahr des Rothirsches
  • Der Rothirsch im Kreuzfeuer
  • Die Jagd auf den Rothirsch und seine Hege
  • Mitmachen und Unterstützen
  • Forschung im Rotwild Lebensraum

Hier erfahren Sie mehr zu der Wanderausstellung „Rotwild in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern“

Broschüre „Hegegemeinschaften in Deutschland“

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat im Vorfeld ihres 6. Rotwildsymposiums im Jahr 2012 eine Studie zum Thema Hegegemeinschaften in Auftrag gegeben. Eine Zusammenfassung dieser Studie wurde unter dem Titel „Hegegemeinschaften in Deutschland – Geschichte, rechtlicher Rahmen und Positionen der Akteure“ veröffentlicht.

Auf jeden Hirsch und auf jedes Stück Kahlwild kommen in Deutschland je über 400 Einwohner, die den Lebensraum des Rotwildes auf ganz unterschiedliche Weise nutzen, sei es durch Erholung und Freizeit, Jagd oder Forstwirtschaft. Unvermeidbar kommt es dadurch auf beiden Seiten zu Konflikten. Für den Rothirsch, dessen Lebensraum durch die Zerschneidung und Urbanisierung der Landschaft und durch politische Vorgaben bereits auf etwa 25 % der Gesamtfläche zusammengeschrumpft ist, bedeutet jeder Mensch in seinem Lebensraum eine potentielle Gefahr und damit erhöhte Aufmerksamkeit und manchmal Flucht. Auf der anderen Seite stillt das Rotwild seinen Nahrungsbedarf zu großen Teilen durch die Nutzpflanzen des Menschen und wird damit zum „Schädling“. Der Konflikt zwischen Hirsch und Mensch sollte damit Grund genug dafür sein, dass sich die unterschiedlichen Nutzergruppen des Rothirsch-Lebensraumes zusammenschließen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die Hirsch wie Mensch bestmöglich gerecht werden. Allerdings: Die Hegegemeinschaften von heute erfüllen diesen Anspruch bisher nicht!

Die Broschüre „Hegegemeinschaften in Deutschland“ gibt einen Überblick über die Geschichte der Hegegemeinschaften und fasst den derzeitigen rechtlichen Rahmen des Bundes und der Länder zu diesem Thema zusammen (Stand 2012). Außerdem gibt sie einen Überblick über die Positionen verschiedener Akteure zum Thema Hegegemeinschaften, die im Rahmen einer Studie im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung erhoben wurden. Diese Broschüre will damit einen Beitrag dazu leisten, die Hegegemeinschaften von heute für die Herausforderungen von morgen zu wappnen. Dabei wird es um die Zusammensetzung von Hegegemeinschaften gehen, um ihre Kompetenzen und ihr Selbstverständnis. Die  Konflikte zwischen Hirsch und Mensch müssen gelöst werden, um dieser Wildart in unserer Kulturlandschaft eine dauerhafte Zukunft zu geben.

 

Sie können die Broschüre “Hegegemeinschaften in Deutschland” kostenlos bestellen per Mail an rothirsch@DeWiSt.de oder unter Tel 040 73339 – 1880.