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Rotwild in Nordvorpommern

9. Mai 2016/in Allgemein, Hegegemeinschaft/von Andreas Kinser

Die urigen, kaum zerschnittenen Laubwälder Nordvorpommerns bieten nicht nur dem seltenen Schreiadler einen Rückzugsraum, sondern sind auch viel genutzte Einstandsbereiche des Rotwildes. Sogar die großen Ackerflächen, Feldgehölze und Schilfröhrichte zwischen Stralsund, Velgast und dem Recknitztal werden vom Rotwild im Jahresverlauf als Lebensraum genutzt. Die Landesforst MV präsentiert daher bis zum 26. Juni gemeinsam mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen die Wanderausstellung „Der Rothirsch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern „ in Schuenhagen.

Viele Menschen wissen nur wenig über den „König des Waldes“. Der Glaube, das Reh sei die „Frau vom Hirsch“, ist noch weit verbreitet. Der „röhrende Hirsch“ hängt als Wandbild im Wohnzimmer, die Hegeschauen der Jäger werden von manchen als reine „Knochen-Präsentation“ wahrgenommen und dem einen oder anderen erscheint das Naturerlebnis, Rotwild in freier Wildbahn zu beobachten, nur ein Privileg von Jägern zu sein. Schließlich können hohe Bestände erhebliche Schäden in Wald und Feld anrichten. Die Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung verfolgt das Ziel, diese faszinierende Tierart vor unserer Haustür aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und den Menschen näher zu bringen. Sie ist daher für Familien und Naturfreunde ebenso interessant wie für Fachleute. Sie enthält Fakten über Biologie, Verhalten und Verbreitung des Rotwildes in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern. Auch Konfliktfelder und Lösungswege werden behandelt. Die Ausstellung wurde vom Land Mecklenburg-Vorpommern finanziell unterstützt.

Die Landesforst MV präsentiert die Wanderausstellung „Der Rothirsch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern “ gemeinsam mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen als Träger des Naturschutzgroßprojekts „chance.natur – Nordvorpommersche Waldlandschaft“ in den Räumen des ehemaligen Pferdestalles auf dem Forstamtshof in Schuenhagen. Die Ausstellung ist bis zum 26. Juni in Schuenhagen.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2014/08/Beitragsbild_Rudel_TMartin.jpg 269 482 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-05-09 16:22:532017-10-12 16:55:37Rotwild in Nordvorpommern

Hirsch an Deck

11. April 2016/in Allgemein, Steckbrief/von Andreas Kinser

(Neue Zürcher Zeitung vom 7.4.2016) Wo der Mensch hingeht, nimmt er Tiere mit. Wie britische Forscher nun festgestellt haben, gelangten bereits vor Tausenden Jahren Rothirsche durch den Menschen auf abgelegene schottische Inseln – und zwar als Bootspassagiere. Die Forscher untersuchten Erbgut aus Rothirsch-Knochen von den Äusseren und Inneren Hebriden, aus Orkney und vom schottischen Festland und verglichen es mit DNA-Sequenzen anderer Rothirsche. Wie sich zeigte, waren die Hirsche des Festlandes und der Inneren Hebriden eng miteinander und mit Tieren aus Irland und Norwegen verwandt. Das stützt laut den Forschern die These, dass Irland von England aus besiedelt worden sei, möglicherweise über die Inneren Hebriden.

Zu dem ganzen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung gelangen Sie hier.

Zu der wissenschaftliche Veröffentlichung der Royal Society gelangen Sie hier.
Stanton DWG, Mulville JA, Bruford MW. (2016): Colonization of the Scottish islands via long-distance Neolithic transport of red deer (Cervus elaphus). Proc. R. Soc. B 283: 20160095.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2014/10/Beitragsbild_Jagdethik_OstseePapier_RGräber3.jpg 930 1667 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-04-11 15:48:092017-10-13 10:26:10Hirsch an Deck

Rotwild im Rampenlicht

7. März 2016/in Allgemein, RotwildForschung/von Andreas Kinser

(Kyffhäuser Nachrichten vom 03.03.2016) Im Rahmen des Projektes „Wildtiermanagement“ des Naturschutzgroßprojektes Hohe Schrecke findet in diesem Frühjahr die bereits 3. Rotwildzählung in Kooperation mit der ansässigen Jägerschaft statt. Die Methode zur Erfassung des Rotwildbestandes ist dabei die Scheinwerferzählung. Bei Anbruch der Dunkelheit machen sich alle Beteiligten, verteilt auf mehrere Geländewagen, auf den Weg in die Hohe Schrecke. Dabei fährt jedes Team entlang einer zuvor abgestimmten Route und leuchtet mit zwei großen Scheinwerfern in den Wald. Bei noch blätterlosen Bäumen ermöglichen die Scheinwerfer tiefe Einblicke in den Wald. Nicht nur Rotwild wird gesehen – auch viele andere Waldtiere, wie Baummarder, Wildkatzen oder Füchse stehen im Licht der Scheinwerfer. Die Aktion dauert manchmal bis in die frühen Morgenstunden. Die Nachweise werden protokolliert und im Anschluss auf eine Karte übertragen.

Besonders das Rotwild ist eine wichtige Leitart im Naturschutzgroßprojekt. Zusammen mit den Ergebnissen der vorherigen Jahre geben die Daten Aufschluss über die räumliche Verteilung des Rotwildes in den Winter- und Frühjahrsmonaten sowie über die Populationsentwicklung und somit über die Größe des Rotwildbestandes. Gleichfalls ermöglicht diese nächtliche Aktion nicht alltägliche Begegnungen mit unseren tierischen Waldbewohnern – mit bleibenden Eindrücken.

Die vollständige Nachricht in den Kyffhäuser Nachrichten finden Sie hier.

Mehr zu den Methoden zur Erfassung von Rotwild und anderem Schalenwild finden Sie hier.

 

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2015/03/Beitragsbild_Scheinwerfertaxation_erdmannfilmp.jpg 222 394 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-03-07 12:11:342017-10-13 10:33:01Rotwild im Rampenlicht

Wildtier ohne Grenzen? – Rotwild in Schleswig-Holstein

7. März 2016/in Allgemein, RotwildForschung/von Andreas Kinser

Im Rahmen der Outdoor-Messe 2016 findet am 08. April ein Rotwildseminar in den Holstenhallen in Neumünster statt. Das Seminar beschäftigt sich mit der Verbreitung, Entwicklung und Bejagung des Rotwildes in Schleswig-Holstein und wirft einen Blick über die Landesgrenze nach Dänemark. Denn neben den traditionellen Einstandsgebieten im Lauenburgischen und in der Segeberger Heide gibt es auch in Nordfriesland und Dithmarschen Rotwildvorkommen entlang alter Fernwechsel. Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. veranstaltet.

Termin: Freitag, 8. April 2016

Beginn: 09.00 Uhr

Ort: Holstenhallen Neumünster

Programm:

  • Verfemt oder gehätschelt? – Aktuelle Situation des Rotwilds im Landesteil Schleswig (Karl-Peter Tadsen, AK Schalenwild im LJV Schleswig-Holstein)
  • Unbegrenzte Vermehrung? – Rotwild in Dänemark (Mads Flinterup, Danmarks Jægerforbund)
  • Hegen oder ausrotten? – Optionen zum Umgang mit dem Rotwild im Norden Schleswig-Holsteins (Marcus Meißner, Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V.)
  • Rotwild auf neuen Wegen – Wie wichtig ist der genetische Austausch zwischen den Populationen in Dänemark und Schleswig-Holstein? (Hendrik Edelhoff, Georg-August-Universität Göttingen)
  • Der Hirsch und die biologische Vielfalt (PD Dr. Heinrich Reck, Christian-Albrechts-Universität Kiel)
  • Problemtier Rothirsch? – Natürliche Verhaltensweisen des Rotwildes (Dr. Andreas Kinser, Deutsche Wildtier-Stiftung)
  • Rotwild und seine Jäger – Raumnutzung unter Jagdeinfluss (Mark Nitze, Fachbüro für Wildtierforschung und Naturbildung Rietschen)

Das vollständige Programm des Rotwildseminars finden Sie hier.

 

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2016/03/Beitragsbild_KieferKalhlRudel_Manfred-Nieveler.jpg 443 789 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-03-07 10:01:542017-10-13 10:33:02Wildtier ohne Grenzen? – Rotwild in Schleswig-Holstein

Haben die Rotwildbezirke ausgedient?

12. Januar 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Taunus Zeitung vom 11.01.2016) Der Rothirsch ist das größte in Deutschland regelmäßig vorkommende Säugetier. Auch in dicht besiedelten Räumen kann Rotwild – sofern es den politischen Willen dafür gibt – einen artgerechten Lebensraum finden. Dieser Ansicht ist der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC – Conseil International de la Chasse et de la Conservation du Gibier). Mindestens 200.000 Stück Rotwild leben in Deutschland und ca. 70.000 von ihnen werden jedes Jahr erlegt. Allerdings: Aus forstlichen Gründen darf Rotwild und anderes Schalenwild vor allem in den südlichen Bundesländern nur in sogenannten Rotwildbezirken leben. Außerhalb dieser Bezirke muss die Art in manchen Ländern per Gesetz ausgerottet werden. Um den Konflikt zwischen dem Lebensraum- und Nahrungsbedarf des Rotwildes und dem Nutzungsinteresse des Menschen zu lösen, müssen sich politische Rahmenbedingungen und die Praxis sowohl von Landnutzung wie auch von Jagd ändern. Mit seinem Rotwildpapier fordert der CIC nun unter anderem, die Schusszeiten auf Rotwild zu verkürzen. Außerdem hält es der CIC für nicht mehr zeitgemäß, das Rotwild in seinem Lebensraum zu beschränken und fordert daher, dass sich der Rothirsch seinen Lebensraum selbst suchen darf. Die Rotwildbezirke in Deutschland sind aufzuheben. Politisch dürfe der Waldnutzung kein Vorrang vor dem Lebensrecht des Rotwildes eingeräumt werden. „Wald vor Wild“ sei als politisches Dogma aus den Landesgesetzen zu streichen.

Zum vollständigen Artikel in der Taunus Zeitung gelangen Sie hier.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2016/01/Beitragsbild_Rotwildhaupt_Martin-Kreuels.jpg 1950 3462 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-01-12 11:13:192016-01-12 11:14:19Haben die Rotwildbezirke ausgedient?

Neue Studie zur Winteranpassung des Rotwildes

4. Januar 2016/in Allgemein, RotwildForschung, Steckbrief/von Andreas Kinser

(Stuttgarter-Zeitung.de vom 03. Januar 2016) Wie sehr Rotwild seinen Organismus an die wechselnden Jahreszeiten anpassen kann, haben Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien in einer neuen Studie vorgestellt:Im Winter verdaut das Rotwild seine Nahrung in einem kleineren Verdauungstrakt. Wird es wieder wärmer, gibt es mehr zu fressen und die Organe werden wieder größer.

Um ihren Stoffwechsel in Gang zu halten, benötigen Rothirsche im Winter mehr Energie. Allerdings finden sie jetzt viel weniger zu fressen als im Sommer und die Pflanzen enthalten obendrein kaum noch Nährstoffe. Ein tödliches Dilemma droht, das die Hirsche mit ihren in der warmen Jahreszeit angefressenen Fettvorräten allein kaum lösen können. Daher passen sie ihren Organismus mit einer Reihe von Maßnahmen an die harschen Winter an, berichten Walter Arnold von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und seine Kollegen in der Fachzeitschrift „American Journal of Physiology“.

Den vollständigen Artikel zur Winteranpassung finden Sie hier.

Kleinere Organe benötigen weniger Energie

Den Tricks der Winteranpassung des Rotwilds kamen die Forscher auf die Schliche, als sie drei Jahre lang 16 Hirschkühe durch alle vier Jahreszeiten fütterten – und dabei verblüffende Zusammenhänge beobachteten: Um ihren Körper auch im Winter auf Betriebstemperatur aufzuheizen, brauchen die Tiere bei tieferen Temperaturen mehr Energie. Trotzdem fressen die Hirschkühe im Winter gerade einmal halb so viel wie im Sommer. Dabei stand ihnen beliebig viel Nahrung zu Verfügung. Ein genauer Blick auf den Organismus und eine detaillierte Analyse des Stoffwechsels der Tiere erklärte den Forschern dieses rätselhafte Verhalten: So schrumpften die Verdauungsorgane des Rotwilds im Winter erheblich. Diese Maßnahme können die Tiere sich gut leisten, weil sie ohnehin weniger fressen und daher weniger zu verdauen haben. Die kleineren Organe wiederum brauchen weniger Energie.

Bessere Nahrungsausnutzung

Gelöst ist das Problem damit aber bei weitem noch nicht. Erst als die Forscher die Vorgänge in der Darmwand der Hirsche analysierten, entlarvten sie den entscheidenden Trick, mit dem die Tiere die Winteranpassung vervollständigen. Dort transportieren die Zellen Bestandteile der gefressenen Nahrung wie Zucker und Teile von Proteinen in den Organismus, die besonders viel Energie enthalten. Im Winter aber transportieren die Zellen dort die nahrhaften Zucker und Protein-Bruchstücke viel schneller in den Organismus als im Sommer. In der kalten Jahreszeit nutzen die Hirsche so die Nahrung viel besser als an warmen Tagen aus. Diese Überlegung bestätigen die Forscher, wenn sie den Kot der Tiere untersuchen. Im Winter finden sie darin erheblich weniger Proteine als im Sommer. „Im Winter zählt eben jede Kalorie“, fasst Walter Arnold zusammen.

Die vorgestellte Studie zum saisonalen Wechsel von Organmasse und Nährstoffaufnahme beim Rotwild finden Sie hier:

Walter ARNOLD, Christoph BEIGLBÖCK, Marion BURMESTER, Maria GUSCHLBAUER, Astrid LENGAUER, Bernd SCHRÖDER, Mirja WILKENS, Gerhard BREVES. Contrary seasonal changes of rates of nutrient uptake, organ mass, and voluntary food intake in red deer (Cervus elaphus). American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology, 2015; 309 (3): R277 DOI:

Forderung nach Jagdverzicht im Winter

Die Ergebnisse dieser neuen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien unterstreichen die Notwendigkeit von Energie-Spar-Möglichkeiten für Rotwild im Winter. Die Wissenschaftler um Walter Arnold haben bereits vor einigen Jahren eine temporäre Stoffwechselruhe des Rotwildes in der kalten Jahreszeit nachweisen können. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher seit langem, die Jagd auf Rotwild am 31. Dezember eines Jahres zu beenden. Durch die Möglichkeit zur Energieersparnis werden dadurch indirekt auch Wald-Wildschäden verhindert.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2016/01/Beitragsbild-Hirschgruppe-im-Schneetreiben_Burkhard-Stöcker.jpg 1988 3530 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2016-01-04 12:14:252017-10-13 10:33:02Neue Studie zur Winteranpassung des Rotwildes

Nationalpark Schwarzwald will Jagdruhezone für Schalenwild

2. September 2015/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Stuttgarter Zeitung vom 01. September 2015) Die Grundidee von Nationalparken ist der Prozessschutz. Der Mensch zieht sich zurück und lässt der Natur freien Lauf. Das unterscheidet die Schutzgebietskategorie „Nationalpark“ von z.B. „Naturschutzgebieten“, in denen durch gezielte Pflegemaßnahmen bestimmte Arten oder Lebensräume erhalten werden können. Die Idealvorstellung einer ungezügelten Natur stößt jedoch häufig an Akzeptanz-Grenzen, wenn sich zeigt, dass Natur auch zerstörerisch wirken kann – wenn Stürme oder Feuer wüten, Borkenkäfer Fichten kahl fressen oder Rotwild und Rehe Bäume schädigen. In einem Nationalpark aber spricht man nicht von Schaden. Im Prozessschutz gehört alles zum Ökosystem, ob Pflanzen, Pilze, Insekten, Tiere – gleichberechtigt und wertneutral. Der Nationalpark Nordschwarzwald will daher das Prozessschutz-Prinzip nun auch für große Wildtiere gelten lassen: Von Herbst an soll das Rotwild im Nationalpark Nordschwarzwald auf rund 2000 Hektar nicht mehr geschossen werden. Eine echte Herausforderung ist dabei der Anspruch, den Abschussplan für das gesamte Gebiet trotzdem zu erfüllen, um die angrenzenden Wirtschaftswälder nicht zu gefährden. Das zukünftige Jagdkonzept stützt sich daher vor allem auf zwei Bereiche: Bewegungsjagd und ausreichende Äsungsflächen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Rotwild und anderes Schalenwild übernimmt in großen Ökosystemen häufig ganz unbemerkt ökologische Funktionen. Mehr zur Öko-Rolle von Rothirsch & Co, finden Sie hier.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2015/09/Beitragsbild_FVA_LaschaSüdSchwwa.jpg 239 425 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2015-09-02 15:21:472015-09-02 15:21:47Nationalpark Schwarzwald will Jagdruhezone für Schalenwild

Rechtsstreit um Verstoß gegen Muttertierschutz

24. August 2015/in Allgemein/von Andreas Kinser

(TegernseerStimme vom 21.08.2015) Im Forstbetrieb Schliersee der Bayerischen Staatsforsten wurden bei einer Drückjagd im vergangenen November drei Alttiere erlegt. Es bestehe der Verdacht, „dass es sich um zwei führende Stücke gehandelt haben könnte“, schrieb der damalige Schlierseer Forstbetriebsleiter wenige Tage später in einem offenen Brief, mit dem er sich „von einer Duldung solcher etwaigen Verstöße distanziere“. Bestätigt wurde der mögliche Verstoß gegen den Muttertierschutz auch von Jagd-Beteiligten. Es folgte eine Strafanzeige, die von der Polizeiinspektion Miesbach verfolgt wurde. Im Juni diesen Jahres stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen jedoch ein – sehr zum Unmut vieler Jäger in der Region, denen die „Wald vor Wild“-Doktrin im Freistaat Bayern längst ein Dorn im Auge ist. Die pensionierte Richterin Annemarie Schwintuchowski hat den Fall nun bis zum Generalstaatsanwalt getrieben.

Den Artikel zum Rechtsstreit um den Abschuss der Alttiere am Tegernsee finden Sie hier.

Einen Beitrag zum Muttertierschutz beim Rotwild finden Sie im Tagungsband zum 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung. Helmuth Wölfel lässt dabei keinen Zweifel daran, dass Rotwildkälber die Führung durch das Alttier weit über die Laktation hinaus benötigen. Informationen zum Tagungsband finden Sie hier.

 

 

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2015/01/Beitragsbild_Jagdstrecke_AKinser-e1422537101749.jpg 235 422 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2015-08-24 10:04:452015-08-24 10:06:44Rechtsstreit um Verstoß gegen Muttertierschutz

Petition gegen Räumungsklage für Rotwild

13. August 2015/in Allgemein/von Andreas Kinser

Der vor kurzem gegründete Verein „Wildes Bayern e.V.“ hat eine Online-Petition gegen die konzeptlose Streichung eines Wintergatters für Rotwild im Chiemgau gestartet. Der Verein unterstützt damit regionale Initiativen, die sich in der Sache bereits an den Landtag gewandt haben. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Wildtiere nicht einfach Spielmasse wirtschaftlicher Interessen in Wald und Feld sind,“ so Dr. Christine Miller, 2. Vorsitzende des Vereins.

Der bayerische Staat hat dem Rotwild einst Asyl in seinen Wäldern gewährt. Auf 14 % der Landesfläche, vornehmlich in den Staatsforsten darf heute dieses größte heimische Wildtier noch leben. So auch im Forstbetrieb von Ruhpolding. Nun soll hier eine der zentralen Notunterkünfte im Winter für Rotwild geräumt werden; die Tiere erhalten Platzverweis. Die natürlichen Überwinterungsorte sind auch im Chiemgau für Hirsch und Co. nicht mehr einfach zu erreichen und sie sind ihnen als Aufenthaltsorte auch nicht erlaubt. Das traditionsbewusste Rotwild wird daher auch diesen Winter versuchen, in sein altes Wintergatter zu wandern und dort Zuflucht suchen. Doch auf dem Weg dorthin soll es abgeschossen werden. Die Genehmigung wurde schon erteilt. Wer überlebt, zieht an die alte vertraute Futterstelle und wird dort wahrscheinlich verhungern. „Wir halten die Begründung, warum sich der Forstbetrieb kaum noch Rotwild auf seinen Flächen leisten will, nicht für stichhaltig,“ so Christine Miller. „Deshalb fordern wir die Aussetzung der geplanten Maßnahme und eine seriöse großräumige wildökologische Fachplanung – wie sie in unseren Nachbarländern üblich ist“.

Herzogin Helene in Bayern, die Vorsitzende des Vereins „Wildes Bayern“ ist selber Waldbesitzerin: „Rotwild hat ein Bleibe- und Lebensrecht im Chiemgau und in ganz Bayern! Als Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft in und um den Bergwald gehört es zu unserer Heimat. Deshalb fordern wir die Menschen nicht nur im Chiemgau auf, dafür ihre Stimme zu erheben und auch der Politik zu zeigen, dass wir einen verantwortungsvolleren Umgang mit unseren Wildtieren brauchen!“

Die Unterschriftenliste und weitere Informationen findet man auf www.wildes-bayern.de.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2015/08/Beitragsbild_Winterfütterung_CMiller-e1439454963702.jpg 251 447 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2015-08-13 10:28:402015-08-13 10:28:40Petition gegen Räumungsklage für Rotwild

Riesenhirsche überlebten die Eiszeit

10. Juni 2015/in Allgemein, Steckbrief/von Andreas Kinser

(scinexx.de vom 10.06.15) In Baden-Württemberg gefundene Knochenreste haben sich überraschend als Relikte des Megaloceros giganteus, des Riesenhirsches, entpuppt. Im Journal „Scientific Reports“ hat ein Autorenteam u.a. von der Uni Tübingen ihre Untersuchungen der Knochenfragmente veröffentlicht: Demnach verschwanden die letzten Riesenhirsche offenbar doch nicht bereits in der Eiszeit aus Mitteleuropa. Stattdessen müssen einige Individuen noch vor 12.000 Jahren gelebt haben.

Der Riesenhirsch war einer der großen Pflanzenfresser des Eiszeitalters. Mit einer Schulterhöhe von zwei Metern und einem Geweih von bis zu 3,40 Metern Spannbreite war er eine imposante Erscheinung, die von unseren Vorfahren auch in vielen Höhlenbildern verewigt wurde. Doch mit dem Höhepunkt der letzten Kaltzeit vor rund 20.000 Jahren verschwand der 1,5 Tonnen schwere Hirsch aus Mitteleuropa – so dachte man jedenfalls bisher. Nur im Nordwesten Europas hielten sich noch einige Vorkommen, vor rund 7.000 Jahren starb der Riesenhirsch dann endgültig aus. Doch nun sind Johannes Krause von der Universität Tübingen und seine Kollegen bei Ausgrabungen in zwei Höhlen am Rand der Schwäbischen Alb auf fossile Knochen eines hirschähnlichen Tieres gestoßen. Datierungen ergaben, dass diese Relikte rund 12.000 Jahre alt sind. Weil zu dieser Zeit schon lange keine Riesenhirsche in dieser Gegend mehr vorkamen, hielt man die Knochen zunächst für die Relikte eines Urzeit-Elchs. Um ganz sicher zu gehen, unterzogen die Forscher die in den Höhlen Hohle Fels und Hohlenstein-Stadel entdeckten Knochen einer genetischen Untersuchung. Es gelang ihnen dabei, mitochrondriale DNA aus den Knochen zu gewinnen und auf ihre Artzugehörigkeit zu analysieren. Das überraschende Ergebnis: Es handelte sich eindeutig um Knochen des Riesenhirschs Megaloceros giganteus.

„Diese unerwartete Präsenz von Megalocerus giganteus in Süddeutschland nach der Eiszeit deutet darauf hin, dass dieser Riesenhirsch länger hier überlebte als bisher angenommen“, sagen die Forscher. Möglicherweise habe es auch in anderen Gebieten Mitteleuropas solche Überlebenden gegeben.

Konkurrenz durch Rothirsch und Co
Die DNA half den Forschern auch dabei, die Verwandtschaft der Riesenhirsche näher zu bestimmen – und einen möglichen Grund für ihr Aussterben. Demnach ist der heutige Damhirsch und nicht der Rothirsch der engste noch lebende Verwandte des Riesenhirsches. „Anhand des Körperbaus wurde spekuliert, ob der Rothirsch am nächsten mit dem Riesenhirsch verwandt sei, dies können wir in unserer Studie klar widerlegen“, sagt Erstautor Alexander Immel von der Universität Tübingen.

Der Rothirsch scheint dafür schon damals ähnlich wie die Rentiere ein Konkurrent des Riesenhirschs gewesen zu sein, wie Isotopenanalysen der Knochen nahelegten: „Vor der letzten Kaltzeit unterschieden sich die Werte von allen drei Arten, danach zeigte sich eine klare Übereinstimmung“, erklärt Mitautorin Dorothée Drucker. „Das deutet auf einen kleiner werdenden Lebensraum hin oder auf eine sich überschneidende Ernährungsweise der Hirscharten.“

Die Forscher spekulieren, dass sich die Riesenhirsche nach der letzten Kaltzeit den Lebensraum und die Nahrung mit anderen Hirscharten teilen mussten. Zudem war ihr bis zu 3,40 Meter breites Geweih wenig geeignet für das Leben im zunehmend bewaldeten Europa. Wahrscheinlich setzten dem Riesenhirsch die Konkurrenz mit anderen Arten sowie eine mögliche Überjagung durch Menschen zu, was letztlich zum Aussterben dieser imposanten Hirsche führte. (Scientific Reports, 2015;  doiu.a. von der Uni Tübingen : 10.1038/srep10853)

Den gesamten Artikel auf scinexx.de finden Sie hier.

Den online-Artikel „Mitochondrial Genomes of Giant Deers Suggest their Late Survival in Central Europe“ finden Sie hier.

https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2014/02/Riesenhirsch-Jagdmuseum-e1433932238693.jpg 148 265 Andreas Kinser https://www.rothirsch.org/wp-content/uploads/2020/01/dewist_logo_2017-300x300-1.gif Andreas Kinser2015-06-10 12:32:182017-10-13 10:26:55Riesenhirsche überlebten die Eiszeit
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