Rotwildkonzeption in der ARD

In ihrer Sendung „[w] wie wissen“ hat die ARD am 15. November die Rotwildkonzeption Südschwarzwald vorgestellt. Wildtierexperten von der Forstwissenschaftlichen Versuchsanstalt Baden Württemberg entwickelten bereits vor einigen Jahren die Idee, in der Region um den Schluchsee Ruhezonen für das Wild anzulegen. Hier sollte geeignete Nahrung vorhanden sein, aber auch weitestgehend Jagdruhe übers Jahr herrschen. Aber mit diesen Maßnahmen zur Wildtierlenkung allein war es nicht getan – immer noch kam es zu Konflikten zwischen Forst- und Landwirtschaft und Rotwild. Man gründete deshalb die Rotwild-AG. Jäger, Landwirte, Privatwaldbesitzer aber auch Wildtierexperten und Tourismusvertreter suchen hier bis heute nach gemeinsamen Lösungen. Die sogenannte Rotwildkonzeption entstand, in der sich alle freiwillig Regeln auferlegten.

Den ARD-Beitrag zur „Rotwildkonzeption Südschwarzwald“ finden Sie hier.

Eine Broschüre zur „Rotwildkonzeption Südschwarzwald“ finden Sie hier.

Großrudel beim Rotwild

Mit der Bildung von Großrudeln sucht Rotwild den Schutz in der Menge. Besonders beim Vorkommen von Wölfen ist die Begründung für solche Großrudel dann schnell gefunden. Zu den vielen alltäglichen Problemen bei der Jagdausübung käme damit ein neues; denn in der Tat ist die Bejagung solcher Großverbände besonders schwierig. Und nicht zuletzt verursachen Großrudel besonders große Wildschäden. Aber welche Faktoren sind es wirklich, die das räumliche und soziale Verhalten von Rotwild und anderen sozial lebenden Pflanzenfressern bestimmen, und welche Rolle spielen dabei die Wölfe?

Einen Beitrag von Ulrich Wotschikowsky zum Vorkommen von Großrudeln lesen Sie hier.  

Das „Ostsee-Papier“ zur Jagdethik

Aus Anlass ihres 7. Rotwildsymposiums ruft die Deutsche Wildtier Stiftung Jagdpraxis und Gesetzgebung zu einem verantwortungsvollen und fairen Umgang mit unseren großen Wildtieren auf. Der Aufruf wurde in dem Abschlussdokument des 7. Rotwildsymposiums, dem „Ostsee-Papier“ zum ethischen Umgang mit großen Wildtieren in Politik und Jagd, formuliert. Das Abschlussdokument enthält außerdem Gedanken zur Jagdethik, die Inhalt der Diskussionen auf dem 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung gewesen sind.

 

DAS „OSTSEE-PAPIER“

zum ethischen Umgang mit unseren großen Wildtieren in Politik und Jagd

anlässlich des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung (2014)

 

PRÄAMBEL

Leben und Wohlbefinden von Wildtieren sind in den Werten unserer Gesellschaft und den daraus resultierenden Gesetzen tief verankert. Um den ethischen und moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, muss der Natur-nutzende Mensch bei allen Entscheidungen seine Verantwortung für das Wohlbefinden der Wildtiere gegen seine Handlungsmotive abwägen. Eine besondere Verantwortung hat der Gesetzgeber, der den Rahmen für die Handlungen des Menschen vorgibt und dabei die Belange der Wildtiere berücksichtigen muss. Sowohl der Natur-nutzende Mensch als auch der Gesetzgeber sollten alle Wildtiere mit gleichem Maß messen.

Einen wesentlichen Anteil an einem zeitgemäßen Umgang mit großen Wildtieren hat die Art der Jagdausübung. Ein ernst genommenes und sich weiterentwickelndes Selbstverständnis der Jäger bietet einen geeigneten Handlungsrahmen, um das Wohlbefinden der großen Wildtiere best-möglich zu gewährleisten. Wo dies nicht der Fall ist, müssen Gesetze formuliert werden, damit große Wildtiere vor unnötigem Leid bewahrt und im Sinne unserer gesellschaftlichen Werte behandelt werden.

GEDANKEN ZUR JAGDETHIK

Ethisches Handeln unterscheidet den menschlichen Jäger vom tierischen Beutegreifer. Es umfasst den Umgang mit Wildtieren inklusive ihrer Regulation sowie das Zusammenwirken von Jägern und zwischen Jägern und anderen Landnutzern.

Für die Jagd ist ein ethischer Umgang mit Wildtieren Verpflichtung und Herausforderung. Er ist immer auch Spiegel der Zeit und ist umso überzeugender, je stärker er gesellschaftlich getragen wird.

Voraussetzung für ethisches Handeln sind Wissen und Erfahrung. Daher müssen die wildbiologische Forschung und das Umsetzen ihrer Ergebnisse in der jagdlichen Praxis gefördert werden.

Jagdethisches Handeln verfolgt das Ziel, individuelles Tierleid zu minimieren und Wildtierpopulationen in freier Wildbahn zu erhalten. Wenn die Biodiversität durch Wildarten gefährdet wird, ist deren Regulation wichtig und sinnvoll. Eine nachhaltige Nutzung von Wildtieren, die auf jagdethischen Prinzipien beruht, ist auch eine Strategie zum Schutz von Wildtieren.

In Politik und Gesellschaft und auch bei den Jägern herrscht mit Blick auf den Umgang mit Wildtieren eine Doppelmoral – einige Wildtiere sind „gleicher“ als andere. Dies ist vielfach ein Resultat einer Projektion: Geschlagen wird das Wildtier – gemeint ist der Jäger. Ein fairer Umgang mit Wildtieren ist daher nicht allein Aufgabe der Jäger, sondern muss auch Grundlage von Politik und Gesetzgebung werden.

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AUFRUF AN DIE JAGDPRAXIS

Einen wesentlichen Anteil am ethischen Umgang mit großen Wildtieren hat die Art der Jagdausübung. Zusätzlich zu dem gesetzlichen Rahmen existiert bei den Jägern ein ethisches Selbstverständnis, das leider oft nur wenig Eingang in die Jagdpraxis findet. Dabei würde ein wirklich ernst genommener und sich vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse weiterentwickelnder Verhaltenskodex der Jäger einen geeigneten Handlungsrahmen für einen ethischen Umgang mit unseren großen Wildtieren bieten.

Vor diesem Hintergrund rufen wir die Jäger und ihre Organisationen auf…
  • ihr jagdliches Handeln permanent mit Blick auf ethische Grundsätze zu überprüfen und zu verbessern. Jäger müssen sich regelmäßig in der Sache weiterbilden und ihr eigenes praktisches Können einschätzen lernen.
  • so zu jagen und Reviere so zu gestalten, dass große Wildtiere ihrer Art entsprechend leben können.
  • den Abschuss von zur Aufzucht notwendigen Elterntieren selbst in Phasen starker Wildreduktion niemals billigend in Kauf zu nehmen. Verstöße gegen den Muttertierschutz führen zu massivem Tierleid und müssen konsequent zur Anzeige gebracht werden.
  • niemals auf die Nachsuche beschossener Wildtiere zu verzichten. Dabei darf es keine Unterschiede zwischen der Wildart oder der Art der Jagdausübung geben.
  • das Jagdhundewesen zu fördern und weiter zu professionalisieren.
  • die großräumige Lebensweise der Wildtiere in großräumiger Kooperation von Jägern und Landnutzern widerzuspiegeln.
  • keine Überhege von Wildarten zum Zwecke einer hohen Populationsdichte oder zur Erreichung starker Trophäen zu betreiben. Fütterung außerhalb von Notzeiten oder unzureichender Abschuss gehen zu Lasten anderer Teile des Ökosystems oder zu Lasten der legitimen Interessen anderer Gesellschaftsgruppen und sind kein zeitgemäßer Umgang mit Wildtieren.
  • neue Erkenntnisse und „richtiges“ Handeln auch über das Nutzen neuer Medien an Jäger zu vermitteln.
  • Vorbilder und „Leittiere“ für verantwortungsvolles Jagen zu suchen und kommunikativ zu nutzen.

FORDERUNGEN AN DIE GESETZGEBUNG

Neben dem Tierschutzgesetz bietet die Jagdgesetzgebung den Rahmen, durch den das Wohlbefinden der großen Wildtiere in Abwägung zum Nutzungsinteresse des Menschen an unserer Kulturlandschaft bestmöglich gewährleistet werden soll. Alle Wildtiere sollten dabei unabhängig von ihrem Einfluss auf das Nutzungsinteresse des Menschen an der Natur mit gleichem Maß gemessen werden.

Vor diesem Hintergrund fordern wir die Politik und den Gesetzgeber auf…
  • interessengeleitete Entscheidungsprozesse zu überwinden und Jagdpolitik aus den Bedürfnissen der Wildtiere heraus zu formulieren.
  • die rechtliche und ethische Ungleichbehandlung von Wildtieren zu beenden. Dazu gehört, die Jagd auf häufige Beutegreifer als Beitrag zum Artenschutz ebenso anzuerkennen wie die Jagd auf Schalenwild zur Sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Erträge.
  • allen Wildtieren Wanderbewegungen und freie Wahl ihrer Lebensräume zu zugestehen.
  • artgerechte Fütterung von Rotwild im Winter vor dem Hintergrund des Nahrungspotentials in der Kulturlandschaft vorzusehen. Sie bietet Ersatz für die typischen Winterlebensräume bzw. für störungsarme Rückzugsräume.
  • die Pflicht zur Anschusskontrolle und zur Nachsuche angeschweißter Tiere mit einem bestätigten Nachsuchengespann gesetzlich zu verankern.
  • Jägern auch über geeignete Infrastrukturen, u.a. mit Blick auf Schießstände, eine ständige Weiterqualifizierung zu ermöglichen.
  • wirtschaftliche Ziele nicht über einen ethischen Umgang mit großen Wildtieren zu stellen und Wildtiere nicht an ihren natürlichen Verhaltensweisen zu hindern. Dazu gehört,
    • Anreize zur Beruhigung und Verbesserung der Lebensräume großer Gras-fressender Wildtiere zu schaffen.
    • Schalenwildbezirke aufzulösen, damit wandernde Arten nicht durch gesetzliche Vorgaben an Wanderungen oder Populationsausbreitungen gehindert werden.
    • Rückzugsräume zu fördern, in denen störungsempfindliche Arten ihrem natürlichen Tagesrhythmus nachgehen können.
    • sozial lebenden Arten eine ausreichende Populationsgröße zuzugestehen, um arttypische Sozialverbände zu bilden.
    • große Wildwiederkäuer im Winter von der Jagd zu verschonen, um eine Stoffwechselruhe zu ermöglichen.

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Das „Ostsee-Papier“ zur Jagdethik

Tagungsbericht des 7. Rotwildsymposiums

Vom 25. bis 28. September 2014 fand das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung in Warnemünde statt. Unter den knapp 200 Teilnehmern befanden sich namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft, Forstverwaltung, Naturschutzverbänden und Medien. Die Tagung wurde gefördert durch die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern und das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Den Tagungsbericht und eine Bilderauswahl vom 7. Rotwildsymposium finden Sie hier.

Rotwilderlebnispfad Schönbuch

Feierliche Eröffnung des neuen Rotwilderlebnispfades Schönbuch am 20.09.2014. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt Tübingen und Forst BW ist im Naturpark Schönbuch jetzt ein interaktiver Rotwilderlebnispfad entstanden. Dieser will sowohl die Faszination des Rothirsches als „König der Wälder“ als auch die Spannungsfelder im Miteinander von Mensch und Rotwild in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft an Waldbesucher aller Altersgruppen und besonders auch an Kinder weitergeben.

Warum lebt unser Rotwild im Naturpark Schönbuch eigentlich in einem großen Gatter? Ist das Reh wirklich die Frau vom Hirsch? Auf diese und weitere Fragen lassen sich im Rotwilderlebnispfad leicht verständlich und abwechslungsreich Antworten für Jung und Alt finden. Dabei kommt bei aller Information natürlich auch der Spaß nicht zu kurz. An den eigens angelegten interaktiven Stationen können die Besucher das Rotwild in seinem natürlichen Lebensraum beobachten, sich mit den Tieren des Waldes messen oder gar selbst zum Hirsch werden.

 

Mehr zum Rotwilderlebnispfad im Schönbuch erfahren Sie hier.

Tierschutz darf bei der Jagd nicht auf der Strecke bleiben!

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Jagd“ ## Warum gehen wir Menschen so unterschiedlich mit Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt. Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die fünfte Folge thematisiert die Jagd.

Wölfe, Bären und Luchse kennen bei der Jagd auf Beutetiere weder Ethik noch Moral! Sie töten, um zu fressen: Dabei ist es ihnen gleich, ob die gerissene Beute ein Muttertier ist und das Junge einsam und verlassen den Hungertod stirbt oder der gehetzte Hirsch im Winter jedes Gramm Fett zum Überleben braucht. So ist Natur! Doch der Mensch hat andere Maßstäbe. „Ethik und Moral unterscheiden den jagenden Menschen vom Raubtier“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Im Gegensatz zum Raubtier versuchen ethisch handelnde Jäger ganz bewusst, Wildtieren Leid zu ersparen. Dazu gehört, neben vielen weiteren Aspekten, Muttertiere nie vor Jungtieren zu erlegen und jedes verwundete Tier so schnell wie möglich von seinem Leiden zu erlösen. „Leider gibt es immer wieder gewissenlose Jäger, die den Muttertierschutz nicht besonders ernst nehmen“, mahnt Münchhausen. Genauso schlimm ist, wenn nicht jedes beschossene Tier mit einem geeigneten Hund nachgesucht wird. „Wir fordern alle Jäger auf, über Jagdethik nicht nur am Stammtisch zu reden, sondern auch danach zu handeln! Dabei darf es keine Unterschiede zwischen einer Wildtaube und einem Rothirsch geben“, fordert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Neben der Jagdpraxis sollte auch die Jagdgesetzgebung moralischen Ansprüchen unterliegen. Nicht zuletzt müssen Gesetze dafür sorgen, dass Wildtiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können. „Doch leider wird gerade der Rothirsch durch politische Vorgaben an seinen natürlichen Wanderbewegungen gehindert“, kritisiert Münchhausen. Darüber hinaus führen die im europäischen Vergleich besonders langen Jagdzeiten beim Rotwild in Deutschland dazu, dass die Tiere im Winter häufig ihre Energiereserven nicht schonen können. Die Folge: Waldvegetation wird durch Verbiss und Schälen geschädigt.
Woher der Wind bei der Frage rund um Jagdzeiten gerade weht, zeigt sich aktuell in Niedersachsen: Die Landesregierung hatte eine Verkürzung der Jagdzeiten für Rotwild vorgeschlagen, doch bei der Forst-Lobby regte sich gegen diesen Vorschlag sofort massiver Widerstand. „Leider ist die Landesregierung eingeknickt und hat ihren Vorschlag zurückgezogen“, bedauert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Gerade die letzten beiden Januarwochen seien mit die erfolgreichsten für die Jagd, heißt es in einer Stellungnahme der niedersächsischen Förster. „Dass Wildtiere in den Wintermonaten dringend Ruhe benötigen, wird ignoriert“, sagt Münchhausen und fordert, dass Jagdgesetze auch das Wohl der Wildtiere berücksichtigen.

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel.

Weiterführende Informationen:

Informationen zur Jagdpolitik der Länder finden Sie hier.

Mehr zum Thema Rotwildverbreitung erfahren Sie hier.

Bitte nicht füttern! Oder doch…?

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Fütterung“ ## Warum gehen wir Menschen so unterschiedlich mit Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt. Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die vierte Folge thematisiert den Konflikt um die „Fütterung“ von Wildtieren.

Warum füttern die Menschen Spatzen und Meisen im Winter, aber keine Greifvögel oder Raben? Die meisten Arten, die an ein Futterhäuschen kommen, sind im Bestand nicht bedroht. „Das Motiv für das Füttern von Wildtieren ist nicht der Schutz von Arten, sondern Mitleid mit der Not einzelner Tiere“, meint Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Darüber hinaus erfreuen sich Menschen gerade in der Winterzeit an den kleinen Singvögeln. Amsel, Drossel, Fink und Star sind leicht zu versorgen, doch was ist mit der Krähe oder dem Mäusebussard? „Hier sind Handlungsmöglichkeiten und Mitleid gleichermaßen begrenzt“, so Münchhausen.
Um das Füttern von großen Wildtieren wie Rot- und Rehwild werden von Naturschützern, Waldbesitzern und Jägern heftige Diskussionen geführt. Denn die Bestände an Schalenwild sind in Deutschland hoch. Soll man harten Wintern das Ausmerzen von kranken und schwachen Tiere überlassen, um die Populationsdichte durch Nahrungsknappheit zu regulieren? „Am Ende entscheidet der Mensch, welche Tiere ihr Fressen `wert` sind und welche nicht“, sagt Münchhausen. Der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung hält es für notwendig, dass in wirklichen Notzeiten auch die großen Wildtiere gefüttert werden. „In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft findet Rot- und Rehwild in harten Wintern mit hoher Schneelage oder verharschter Eisdecke sehr wenig Nahrung.“

Auch Störungen durch Spaziergänger, Jogger und Wintersportler verlangen flüchtenden Tieren viel Energie ab. Die Folge: Einige Rehe und Hirsche verhungern; die Überlebenden schädigen durch Verbiss und das Schälen von Rinde den Wirtschaftswald. „Artgerechtes Füttern in wirklichen Notzeiten ist eine moralische Verpflichtung und ein Beitrag, um den Konflikt zwischen den Ansprüchen von Wildtieren und den ökonomischen Zielen der Forstwirtschaft zu entschärfen“, betont Münchhausen. Der Mensch füttert gern, denn Tier-Liebe geht bei den meisten durch den Magen. „Besser als zu Füttern wäre es, wenn Wildtiere geeignete Lebensräume hätten“, fordert Münchhausen. Ob Kleingärtner, Waldbesitzer oder Jäger – jeder, der Flächen besitzt oder Natur nutzt, kann etwas für Wildtiere tun. Das beginnt bei der Gestaltung von Gärten und hört bei der intensiven Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft auf.

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel.

Weiterführende Informationen:

Mehr zum Thema Konflikte zwischen Rotwild und Mensch erfahren Sie hier.

Die Positionen der Deutschen Wildtier Stiftung zur Rotwildpolitik finden Sie hier.

Tod dem Rothirsch! Lang lebe der Rotfuchs…?

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Gleichheit“ ## Warum gehen wir Menschen so unterschiedlich mit Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt. Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die dritte Folge thematisiert den Konflikt um die „Gleichheit“ der Wildtiere.

Die Jagd auf Schalenwild wie Hirsch, Reh und Wildschwein ist im überwiegenden Teil der Bevölkerung akzeptiert; denn die meisten Menschen wissen, dass diese Wildarten in Deutschland zahlreich sind und reguliert werden müssen. Die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft würden sonst überhandnehmen. Außerdem liefert die Jagd Wildfleisch für die Ernährung. „Ohne Jagd verursachen die großen Wildtiere enorme Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, bis die Populationen irgendwann durch verheerende Seuchen zusammenbrechen würden“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Doch was bei Hirsch, Reh und Wildschwein recht und billig ist, gilt nicht unbedingt für andere Wildtiere: „So einleuchtend die Bejagung von Schalenwild ist, so umstritten ist die Jagd auf Rotfuchs, Steinmarder und Waschbär“, so Münchhausen weiter. „Dabei sind auch diese Arten häufig und können als Beutegreifer negative Auswirkungen auf bedrohte heimische Arten haben.“

Vor allem die am Boden brütenden Vogelarten wie Rebhuhn, Wiesenweihe und Brachvogel haben es schwer. Sie stehen auf der Speisekarte der pelzigen Beutegreifer ganz oben. „Den Bodenbrütern geht es in intensiv genutzten Agrarlandschaften ohnehin schon sehr schlecht“, betont der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Zusätzlich kommen die oft nur noch kleinen Populationen seltener Vogelarten durch Rotfuchs, Waschbär, Steinmarder & Co. unter Druck.“ Doch die Jagd auf pelztragende Beutegreifer ist unpopulär. „Ihr Einfluss auf die Artenvielfalt ist in der Bevölkerung weitgehend unbekannt und das Nutzen von Pelzen gilt als verwerflich“, kritisiert Münchhausen.

Wildtiere unterliegen in ihrem „Wert“ stark der emotionalen und wirtschaftlichen Betrachtung durch den Menschen – oft leider ohne Blick auf die ökologischen Zusammenhänge in der Natur. „Wir fordern einen fairen Umgang mit allen Wildtieren, egal ob Rothirsch oder Rotfuchs“, betont der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wenn die Jagd auf Schalenwild zur Sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Erträge recht ist, muss die Jagd auf häufige Beutegreifer als Beitrag zum Artenschutz nur billig sein.“

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel.

Weiterführende Informationen:

Die Positionen der Deutschen Wildtier Stiftung zur Rotwildpolitik finden Sie hier.

Informationen zur Rotwildpolitik der Länder finden Sie hier.

Rothirschtage in Häusern, Schluchsee und St. Blasien

Drei Gemeinden informieren in diesem Jahr gemeinsam über die selten gewordenen Waldbewohner.

Vom 10. bis 13. Oktober werden zum dritten Mal die Rothirschtagel stattfinden, dieses Mal in Häusern, Schluchsee und, neu dazu, in St. Blasien. Über vier Tage dreht sich alles um den Rothirsch. Die Veranstaltung hat mittlerweile große Anerkennung gefunden und dient dazu, alles, was mit dem (Rot)wild zu tun hat, in den Fokus zu stellen

Hier erfahren Sie mehr.

Sind Bäume wichtiger als Hirsche…?

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Wald vor Wild“ ## Rot- und Rehwild haben in der Forstwirtschaft nur wenige Freunde. Wer Wald bewirtschaftet, sieht in den großen Pflanzenfressern meist keine faszinierenden Wildtiere, sondern Schädlinge. Rothirsche verbeißen junge Bäume und schälen deren Rinde ab. Auch Rehe knabbern an den jungen Trieben. Daher fordern viele Waldbesitzer „Wald vor Wild“ und plädieren für eine scharfe Bejagung der Tiere. Bäume haben eine schlagkräftige Lobby. Doch sind Bäume wichtiger als Wildtiere?

Rot- und Rehwild gehören nicht zu bedrohten Tierarten. „Die Wildbestände in Deutschland müssen jagdlich reguliert werden. Doch es braucht eine Jagd mit Augenmaß – e in Wald ohne Wild darf ebenso wenig das Ziel sein wie völlig überhöhte Wildbestände“, betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Zum Schutz des Waldes degradieren manche Politiker im Schulterschluss mit der Forstwirtschaft Rotwild zu gefräßigen Wald-Schädlingen.“ Für die Deutsche Wildtier Stiftung ist jedoch gerade der Rothirsch mehr als ein Waldschädling oder eine begehrte Jagdbeute – es ist ein beeindruckendes Wildtier.

„Aus ökologischer Sicht ist nicht jeder verbissene Baum oder jede von den Tieren geschaffene Freistelle im Wald ein Schaden. Im Gegenteil: Es kann ein wichtiger Lebensraum für viele andere Tierarten sein.“ Münchhausen wünscht sich als Leitbild für die Forstwirtschaft einen „Wald mit Wild!“ Um die Fraßeinwirkungen des Wildes an der Waldvegetation einzuschätzen, reicht es nicht, verbissene und geschälte Bäume zu zählen“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wichtiger ist es festzustellen, ob ausreichend gesunde Bäume für die nächste Waldgeneration vorhanden sind.“ Dies ist meist der Fall, denn pro Hektar wachsen in einem Buchenwald Hundertausende kleiner Sämlinge heran und am Ende bilden nur einige hundert Bäume pro Hektar den Wald der Zukunft.

Um den Konflikt zwischen Waldnutzern und Wildtieren in unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Kulturlandschaft zu lösen, genügt es nicht, den Jagddruck zu erhöhen. „Wir brauchen in den Wälder strukturreiche Baumbestände,  Äsungsflächen und Ruhezonen, in denen das Wild nicht durch Jagd und Tourismus gestört wird“, fordert Münchhausen und betont: „So werden Wälder zu Lebensräumen für unsere Wildtiere!“.

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel. 

Weiterführende Informationen:

Mehr zu dem Konflikt zwischen dem Nutzungsinteresse des Menschem am Wald und den Bedürfnissen des Rotwildes erfahren Sie hier.

Die Positionen der Deutschen Wildtier Stiftung zur Rotwildpolitik finden Sie hier.