Beiträge

Wildschutzgebiet statt Wintersport

(Merkur.de vom 10.1.18) Gerade im Bergwald der Bayerischen Alpen gehört die Winterfütterung in einem Wildschutzgebiet zu den wichtigen Instrumenten des Wildtiermanagements. Die einstigen Wintereinstände des Rotwildes in den Tallagen sind durch Siedlungen und Straßen verbaut und dadurch für die störungsempfindlichen Tiere nicht mehr als Lebensraum geeignet. Die Winterfütterung ist also eine Krücke, um das Rotwild im Bergwald überhaupt zu erhalten.

Um dem Rotwild an einer Fütterungsstelle bei Wildbad Kreuth die dringend notwendige Ruhe zu verschaffen, hat das Landratsamt Miesbach im Oktober 2017 ein Wildschutzgebiet ausgewiesen. Von der Verordnung betroffen ist allerdings auch ein überaus beliebter Wanderweg, auf dem Wanderer im Winter nur noch vormittags und ohne Hunde unterwegs sein dürfen. Wer die die Wildschutzgebietsverordnung missachtet und trotzdem außerhalb der genehmigten Zeiten oder mit Hund auf dem Weg spaziert, dem droht eine Geldbuße von bis zu 5000 €. Die Rechtsgrundlage dafür bietet das Bayerische Jagdgesetz. Danach können insbesondere Bereiche, in denen gefüttert werden muss, zum Wildschutzgebiet erklärt werden. Im Fall des Wildschutzgebietes bei Wildbad Kreuth haben Wanderer  aber das Wild offenbar schon verschreckt. „Das Rotwild zieht sich zurück und nimmt die Fütterung nicht mehr an“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert seit vielen Jahren, dass in den Schwerpunktgebieten der Rotwildverbreitung Wildruhezonen ausgewiesen werden. Damit Rotwild hier seinen natürlichen Verhaltensweisen nachgehen und im Winter seine Stoffwechselaktivität reduzieren kann, müssen sich in Wildruhezonen sowohl die Jagd als auch der nichtjagende Waldbesucher zurückziehen. Bayern gehört zu den wenigen Bundesländer, in denen solche Gebiete als Wildschutzgebiet auch per Gesetz ausgewiesen werden können.

Landesweite Wildruhezonen geplant

(orf.at vom 26.05.17) Das österreichische Bundesland Salzburg plant Ruhezonen für Wildtiere, die zukünftig in Karten für Skitourengeher eingetragen werden sollen. Die Initiative resultiert aus dem Projekt „Respektiere deine Grenzen“. Dabei wurden bereits in der Vergangenheit Skitourengeher und Wanderer mit Schildern dazu aufgefordert, die ausgewiesenen Routen nicht zu verlassen, um Wildtiere nicht zu stören. Denn vor allem im Winter brauchen die Tiere ihre Rückzugs- und Ruheräume. Neu ist nun, dass die Wildruhezonen auch in die Karten zur Tourenplanung eingearbeitet werden sollen. Für das UNESCO Biosphärenpark Salzburger Lungau wurde eine solche Ruhezonenkarte bereits ausgearbeitet.

Bei der aktuellen Initiative geht es vor allem um den Rückzugsraum für Gämsen und Steinböcke oberhalb der Waldgrenze. Die neue Karte basiert auf einem wildökologischen Gutachten, bei dem Experten die geeigneten Winterlebensräume der Wildtiere herausgearbeitet haben. Für die Lebensräume von Hirschen seien die Vorarbeiten schon weiter. Allerdings: Bei den ausgewiesenen Ruhezonen handle es sich um kein Sperrgebiet. Die Karte solle umweltbewussten Skitourengehern aber ermöglichen, bei der Tourenplanung Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen.

Bevor das Land die geplanten Ruhezonen veröffentlicht, wird es sich mit den alpinen Vereinen abstimmen, um eventuelle Konfliktpunkte herauszufiltern. Auch für die Grundeigentümer bringen Ruhezonen viele Vorteile mit sich, denn ein Abwandern der Hochgebirgsarten in tiefer gelegene Schutz- und Wirtschaftswälder soll verhindert werden. Auf diese Weise können junge Bäumen vor Wildverbiss geschützt werden.

Zum vollständigen Artikel gelangen Sie hier.

Positionspapier zur Jagd in Nationalparken

Über 25 Jahre nach Gründung der Nationalparke Müritz, Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund fordern acht Naturschutzorganisationen die konsequente Weiterentwicklung der drei Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern.  Neben den beiden Naturschutzverbänden NABU und BUND sowie dem WWF und der Deutschen Wildtier Stiftung sind das der Ökologische Jagdverband MV, die Fördervereine des Müritz-Nationalparks und des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft sowie der Verein der Freunde und Förderer des Nationalparks Jasmund.

Zu dem gemeinsamen Positionspapier der acht Organisationen gelangen Sie hier.

Weltweit werden Nationalparke ausgewiesen, damit sich die Natur an manchen Orten ohne direkte Einflussnahme des Menschen entwickeln kann. In Deutschland sind die Nationalparke von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt: Selbst in den Kernzonen werden große Wildtiere nach wie vor durch Jagd reguliert und die Natur vor sich selbst bewahrt. Immerhin: In Mecklenburg-Vorpommern wird ab Ende dieses Jahres jeglicher Holzeinschlag eingestellt. Weiterhin in erheblichem Umfang finden aber Jagd und Fischerei selbst in den Kernzonen statt. Die bislang einmalige Allianz der Naturschutzorganisationen fordert diesbezüglich eine rasche und konsequente Nachsteuerung ein. „Im Grundsatz müssen alle Eingriffe künftig ausschließlich auf die Minimierung von Schäden ausgerichtet sein, die Wildtiere außerhalb der Nationalparke, im Siedlungsraum oder an Hochwasserschutzanlagen verursachen“, so Albrecht von Kessel, Vorsitzender des Fördervereins Müritz-Nationalpark und ergänzt: „So weit wie möglich müssen sich daher die Jagd und das Wildmanagement aus den Kernbereichen der Nationalparke zurückziehen.“

Besuchern ist es nicht mehr vermittelbar, dass bis auf kleine Ausnahmen, wie z.B. der Wildruhezone am Darßer Ort, die weit überwiegenden Teile der Nationalparke nach wie vor bejagt werden. „Natur Natur sein lassen“ muss sich hier so weit wie möglich endlich auch auf das Wildmanagement beziehen. Das gilt vor allem für die Nationalparke Müritz und Vorpommersche Boddenlandschaft und aufgrund seiner kleinen Fläche eingeschränkt für den Nationalpark Jasmund.

Die acht Naturschutzorganisationen sind bereit, die Landesregierung bei der künftigen Entwicklung der drei Nationalparke aktiv zu unterstützen und konstruktiv zu begleiten. Leitlinien müssen dabei die internationalen Standards für Nationalparke sein. Neben dem Positionspapier der acht Organisationen bieten die regelmäßigen Prüfberichte von EUROPARC Deutschland – dem Dachverband der Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke in Deutschland – die dafür notwendigen Hinweise.

Die Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt das gemeinsame Papier der Umweltverbände zur Weiterentwicklung der Nationalparke. In ihrer Baden-Badener Erklärung, die die Deutsche Wildtier Stiftung aus Anlass ihres 8. Rotwildsymposiums formuliert hat, fordert die Stiftung bereits im Jahr 2016 einen vollständigen Jagdverzicht in den Kernbereichen der Großschutzgebiete.

 

 

 

 

 

Neues Angebot für große und kleine Wildtierfreunde

Dass Kinder frühzeitig Naturerfahrungen machen, ist ein wesentliches Anliegen der Deutschen Wildtier Stiftung. Aus diesem Grund hat die Stiftung die neue Internetplattform Wildtierfreund.de entwickelt. Die Seite gibt Tipps und Anregungen für große und kleine Wildtierfreunde, um raus in die Natur zu gehen und zu forschen, zu entdecken und zu erleben. Wildtierfreund.de ist die Seite für junge Naturforscher und Wildtierschützer.

 

 

 

Veranstaltungstipp: Denzlinger Wildtierforum „Wildtiere und Freizeitaktivitäten“

Unser Wald bekommt eine immer größere Bedeutung als Erholungsraum für den Menschen. Dies führt zunehmend zu Zielkonflikten, da viele Wildtiere menschliche Aktivitäten als Risiko wahrnehmen: Durch die steigende Nutzung des »Erholungsraums Wald« wird es für Wildtiere schwieriger noch wirkliche Ruhebereiche zu finden, in denen sie weder Tags noch Nachts Gefahr laufen müssen, von Menschen gestört zu werden. Technische Neuerungen, wie z.B. spezielle Beleuchtungstechniken oder GPS Geräte ermöglichen Aktivitäten auch bei Dunkelheit abseits von Wegen und in entlegenen Gebieten. Dadurch werden Rückzugsmöglichkeiten für Wildtiere sowohl zeitlich als auch räumlich unkalkulierbar eingeschränkt. Auch der Einfluss der Jagd und deren Wechselwirkungen mit Freizeitaktivitäten muss in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

Das 6. Denzlinger Wildtierforum am 30. und 31. März 2017 präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse und gibt Impulse für den Transfer in die Praxis.

Zum Programm des 6. Denzlinger Wildtierforums gelangen Sie hier.

Organisation

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Judith Ehrlacher

Fon 0761 / 40 18 – 452

judith.ehrlacher@forst.bwl.de

Veranstaltungsorte

30. März 2017

Exkursion auf den Kandel

Fräulein Brehms Tierleben: Ein Abend mit Barbara Geiger und dem einzigen Theater für heimische gefährdete Tierarten Restaurant Filou · Kohlerhof 8 · 79211 Denzlingen

31. März 2017

Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen

 

Wildbeobachtung mit dem Herr der Hirsche

(meinanzeiger.de vom 28. Juli 2016) Die Chance, Rotwild in seinem natürlichen Lebensraum bei einer Führung im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald zu Gesicht zu bekommen, liegt bei weit über 90 Prozent. Seit über zehn Jahren führt Dr. Mario Nöckel hier Touren zur Rotwildbeobachtung in freier Wildbahn an den Roten Berg im Thüringer Wald. Nach mehr als 1.400 Führungen hat das Rotwild mittlerweile Vertrauen zu ihm aufgebaut. Die Beobachtungskanzel liegt in einer Wildruhezone, die nur mit einer Führung betreten werden darf und in der keine Jagd stattfindet. Die Touren werden vom Förderverein Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald ganzjährig angeboten.

Zum vollständigen Artikel in meinanzeiger.de gelangen Sie hier.

Orte, an denen Sie die Rotwildbrunft in Deutschland in freier Wildbahn erleben können, haben wir hier für Sie zusammengestellt.