8. Rotwildsymposium: Der Hirsch als Naturschützer

Die Deutsche Wildtier Stiftung lädt vom 07. bis 09. Juli 2016 nach Baden-Baden ein zu ihrem

8. Rotwildsymposium

Der Hirsch als Naturschützer

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Rotwild und alle anderen Schalenwildarten erfüllen in ihren Lebensräumen viele ökologische Funktionen! Sie schaffen struktur- und artenreiche Biotope, verbreiten Samen und sind Lebensraum für Aaskäfer und Beutetiere für große Prädatoren. Ohne Schalenwild gäbe es bei uns weder Wolf noch Luchs! Während einige dieser ökologischen Prozesse auch bei sehr geringen Schalenwilddichten eintreten, erfolgen andere umso besser, je mehr große Pflanzenfresser vorhanden sind. In diesem Fall werden ökologische Prozesse in unseren vielfältig genutzten Wäldern jedoch sehr schnell zu einem wirtschaftlichen Schaden und sind unerwünscht. Auf Flächen, die exklusiv dem Naturschutz vorbehalten sind, könnten Wirkungen der Wiederkäuer dagegen weitgehend konfliktfrei zugelassen werden. Doch selbst in den meisten unserer Nationalparke wird Rotwild und anderes Schalenwild auf der überwiegenden Fläche „gemanagt“ und die Natur vor sich selbst bewahrt.

Das 8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung

  • beleuchtet die Bedeutung großer Wildtierarten für ökologische Prozesse,
  • zieht Konsequenzen aus diesem Wissen und
  • hinterfragt den Umgang mit dem Rothirsch auf großen Naturschutzflächen.

Das vollständige Programm und organisatorische Informationen finden Sie hier.

Ein Formular zur Anmeldung per E-Mail, Brief oder Fax finden Sie hier.

Parallel zum 8. Rotwildsymposium finden in Baden-Baden die Sommerfestspiele statt. Bitte denken Sie daher rechtzeitig an Ihre Übernachtungsbuchung. Wir haben in mehreren Hotels bis Mitte bzw. Ende Mai ein Kontingent für Sie reservieren lassen.

 

Verantwortung für Waldbesitzer, Jäger und Touristiker

(www.derwesten.de vom 10.03.2016) Bei einem Pressegespräch des Regionalforstamtes Oberes Sauerland ging es unter anderem um das Thema Rotwild. In vielen Revieren der Region seien die Wildschäden höher als die Pachteinnahmen. „Es gibt nicht einen einzigen Schuldigen im Konflikt zwischen Wald und Wild“, betont Hans von der Goltz, Leiter des Forstamtes. Das zentrale Problem liege in der Emotionalität des Themas und der oft mangelnden Gesprächsbereitschaft zwischen Waldbesitzern und Jägern aufgrund deren unterschiedlichen Interessen. Und noch ein Problem wurde angesprochen: Durch Wanderer, Mountainbiker, Geocacher, Ski-Langläufer und auch Hunde, die sich abseits der ausgewiesenen Wege und sogar an Fütterungsstellen aufhalten, werde das Wild zusätzlich aufgeschreckt und brauche durch den so erhöhten Stoffwechsel mehr Nahrung, die es sich wiederum vor allem im Winter an den Bäumen hole. „Wild gehört zum Wald, aber Waldbesitzer, Jäger und auch Touristiker müssen konstruktive Gespräche führen und gemeinsam die Verantwortung für einen gesunden Wald übernehmen“, so von der Goltz.

Den vollständigen Artikel in der WAZ finden Sie hier.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hält weiterentwickelte Hegegemeinschaften für das geeignete Instrument, um einen Ausgleich zwischen den Interessen des Menschen und den Lebensraumansprüchen des Wildes zu erreichen. Dafür müssen sich Hegegemeinschaften aber von den bisherigen „Abschussgemeinschaften“ zu „Wildschutz- und -nutzgemeinschaften“ entwickeln und vom Gesetzgeber mit umfangreichen Kompetenzen ausgestattet werden. Die geeignete Rechtsform ist dafür die Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die zentrale Forderung an die Hegegemeinschaften der Zukunft ist, dass die Vertreter der Grundbesitzer Zugang zu den Hegegemeinschaften bekommen und dort gleichberechtigt Sitz und Stimme haben.

Die Forderungen der Deutschen Wildtier Stiftung zu den Hegegemeinschaften von morgen und weitere Informationen finden Sie hier.

Lebensraumgutachten im Taunus übergeben

(Wetzlarer Neue Zeitung vom 15.02.2016) Wegen seiner ausgedehnten Waldflächen gehört der Raum Waldsolms seit jeher zum Kern des Rotwildvorkommens im Taunus. Am Freitagabend wurde nun ein Lebensraumgutachten für das Rotwild in der Region an die Jägerschaft, Forstverwaltung und Gemeinde übergeben. Das Gutachten beleuchtet auf 82 Seiten die Lebensverhältnisse des Rotwildes in der Jagdgenossenschaft Waldsolms im Osttaunus und enthält auch realisierbare Empfehlungen zur Lebensraumgestaltung und Bejagung für die Zukunft. Verantwortlich für das Gutachten ist Olaf Simon vom Institut für Tierökologie und Naturbildung in Gonterskirchen.

Die Jagdgenossenschaft Waldsolms als Vertreterin der Grundeigentümer hat sich nach dem Grundsatz „Wald mit Wild“ vier Ziele gesetzt:

  1.  Das Rotwild im heimischen Raum zu erhalten,
  2.  den Lebensraum für das Wild nach Möglichkeit zu verbessern,
  3.  Wildschäden und Waldschäden möglichst zu minimieren und
  4.  die Jagd auf diese bedeutende Wildart auch in Zukunft zu ermöglichen.

Das alles könne nur dann gelingen, wenn Jäger, Förster und Grundeigentümer eng zusammenarbeiten und versuchen, ihre unterschiedlichen Interessen möglichst in Einklang zu bringen, sagte Jagdvorsteher Edgar Köster. Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und um den vier Zielen noch näher zu kommen, habe die Jagdgenossenschaft das nun vorliegende Gutachten in Auftrag gegeben.

Der Waldsolmser Bürgermeister Bernd Heine nannte das unabhängige Gutachten eine hervorragende Grundlage zur Kooperation zwischen der Gemeinde und den Jagdpächtern.

Den vollständigen Artikel in der Wetzlarer Neuen Zeitung finden Sie hier.

Nager haben Hirschgeweihe zum Fressen gern

Welche Rolle spielt Rotwild in der Natur? Die Antwort hängt davon ab, wen Sie fragen. Für die einen ist der Hirsch im Wald eine Art „Elefant im Porzellanladen“: Also ein Schädling, den es zu bekämpfen gilt. Für die anderen ist Rotwild Teil des Ökosystems; ein „Natur-Gestalter“, ohne den andere Arten nicht existieren würden.

Das 8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung findet vom 7. – 9. Juli 2016 unter dem Titel „Der Rothirsch als Naturschützer“ in Baden-Baden statt.

 

Hamburg, 10. Februar 2016. Im Februar stehen selbst Platzhirsche plötzlich „oben ohne“ da! Der Abwurf des Geweihs ist mit dem Tiefstand des Sexualhormons Testosteron verbunden. Knochenfressende Zellen, sogenannte Osteoklasten, haben den Knochen zwischen Geweih und Stirnzapfen zerstört. Die Geweihstange löst sich und fällt ab.

Was für den Rothirsch zunächst ein Verlust ist, bringt vielen anderen Wildtieren einen Gewinn. „Mäuse, Eichhörnchen und Füchse knabbern an dem Geweihknochen, um an die wertvollen Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie Spurenelemente wie Eisen zu gelangen“, sagt Dr. Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Nicht nur Nager haben Hirschgeweihe zum Fressen gern.“ Die durch die Zersetzung der Abwurfstangen frei werdenden Mineralstoffe sind typische Bestandteile zur Bodendüngung und damit ein kleiner aber wertvoller Stein im Baukasten der Natur.

In dem immerwährenden Kreislauf von Werden und Vergehen bekommt auch der Rothirsch seine „Krone“ zurück. Schon bald nach dem Abwurf beginnt der Knochen erneut zu wachsen. Was sich jetzt in nur 140 Tagen abspielt, verblüfft bis heute die Wissenschaftler: Der Rothirsch bildet in kürzester Zeit so viel Knochenmasse, dass bis zum Spätsommer ein komplett neues Geweih gewachsen ist. Dieser Prozess der Geweihbildung wird von Humanmedizinern erforscht, um Brüche und Knochenerkrankungen bei Menschen in Zukunft besser und schneller zu heilen.

Pressekontakt
Eva Goris, Pressesprecherin, Christoph-Probst-Weg 4, 20251 Hamburg,
Telefon 040 9707869-13, Fax 040 9707869-19,
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de

Neuer Leitfaden für die moderne Rotwildjagd

Das Rotwild ist nicht nur die größte Schalenwildart in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sie ist auch die sensibelste. Bei keiner anderen Art können durch Jagdfehler so leicht Schäden provoziert werden. Das WILD UND HUND Sonderheft „Auf den Hirsch“ zeigt, wie aus wildbiologischen Erkenntnissen eine Jagdpraxis wird, die zu einem tagaktiven Rotwildbestand führt. Erfahrene Autoren erläutern, worauf sich der Jäger beim Ansprechen konzentrieren muss, wie die Jagd mit Ruhezonen funktioniert, wie eine Drückjagd auf Rotwild organisiert wird und was es bei der Ansitzjagd zu beachten gilt. Ein Beitrag der Deutschen Wildtier Stiftung setzt sich mit den natürlichen Verhaltensweisen des Rotwildes auseinander.

Das Sonderheft „Auf den Hirsch“ können Sie hier bestellen. 

WILD UND HUND Exklusiv Nr. 46: Auf den Hirsch inkl. DVD, 100 Seiten, 9,90 € zzgl. Versandkosten

Tagungsband zur Jagdethik veröffentlicht

Unter dem Titel „Gestresst, Verwaist und Eingesperrt“ hat die Deutsche Wildtier Stiftung den Tagungsband zu ihrem 7. Rotwildsymposium veröffentlicht. Die Beiträge zur Doppelmoral im Umgang mit großen Wildtieren sind dabei aktueller denn je: Die jüngsten Entwicklungen in der Jagdpolitik zeigen, dass bei unseren Wildtieren mitunter mit unterschiedlichem Maß gemessen wird. Die Beiträge zu den ethischen Prinzipien in der Jagdpraxis unterstreichen dagegen die Verantwortung jedes einzelnen Jägers für unsere Wildtiere. Den Tagungsband “Gestress, Verwaist und Eingesperrt” erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 14,90 € inkl. Versandkosten unter Telefon 040 9707869-0 oder über ein Bestellformular.

Ethik und Moral unterscheiden den menschlichen Jäger vom tierischen Fressfeind. Um den ethischen und moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, müssen die Jäger wie alle anderen die Natur nutzenden Menschen bei ihren Entscheidungen ihre Verantwortung für das Wohlbefinden der Wildtiere gegen ihre Handlungsmotive abwägen. Eine besondere Verantwortung hat der Gesetzgeber, der den Rahmen für die Handlungen des Menschen vorgibt. Doch die Messlatte für „gutes“ Handeln wird in Deutschland je nach Wildtier unterschiedlich angesetzt. Wie wäre es sonst möglich, dass die Ausbreitung von Wolf und Biber begrüßt, die des Rothirsches aber vor allem in den südlichen Bundesländern verboten wird? Und wieso glauben wir, Igel füttern zu müssen, Rothirsche jedoch nicht? Ist damit nicht George Orwells „Farm der Tiere“, auf der alle Tiere gleich, aber manche gleicher sind, in unserem Land allgegenwärtig?

Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung stellte die Frage nach der Gleichheit der Wildtiere. Die im nun erschienenen Tagungsband zusammengestellten Beiträge schlagen einen Bogen über die verschiedenen Facetten eines ethischen und moralischen Umgangs mit unseren großen Wildtieren und beleuchten die jagdpraktischen Aspekte des Tier- und Artenschutzes, die „richtiges“ oder „gutes“ Handeln ausmachen. Themen sind dabei u.a. der Muttertierschutz, das Nachsuchenwesen oder die natürlichen Verhaltensweisen des Rotwildes. Als Aufruf an die Jagdpraxis und Forderung an den Gesetzgeber hat die Deutsche Wildtier Stiftung ihr „Ostsee-Papier“ zum ethischen Umgang mit großen Wildtieren dem Tagungsband vorangestellt.

Das 7. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung fand vom 25. bis 28. September 2014 an der Ostsee in Warnemünde statt und wurde durch die Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern und das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

 

Inhaltsverzeichnis des Tagungsbandes

Das „Ostee-Papier“ zum ethischen Umgang mit unseren großen Wildtieren in Politik und Jagd

Grußworte

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung)

Claus Robert Agte (Stifter und Vorsitzender der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern)

Dr. Till Backhaus (Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern)

Deutschland – Deine Farm der Tiere

Zum psychischen Phänomen der Projektion im Naturschutz (Florian ASCHE)

Hirsch und Jäger zwischen Ethik und Moral

Jagd aus naturethischer Sicht (Konrad OTT/ Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Vom Prädator zum Jäger – ethische Prinzipien bei der Jagd (Sven HERZOG/ Technische Universität Dresden)

Die Doppelmoral im Umgang mit großen Wildtieren

Die Ausbreitung großer Wildtierarten: grenzenlos und eingesperrt (Janosch ARNOLD/ WWF Deutschland)

Jagdschutz versus Forstschutz – sind Bäume wertvoller als Tiere? (Thomas GEHLE)

Füttern in der Not? Spatz ja – Hirsch nein? (Gregor BEYER, MdL a. D.)

Ethische Prinzipien in der Jagdpraxis

Wieviel Alttier braucht das Kalb? Zum Muttertierschutz beim Rotwild (Helmuth WÖLFEL)

Vermeidung von Schmerzen: das behördliche Nachsuchenwesen in Dänemark (Mads FLINTERUP/ Dänisches Schweisshund-Register)

Ermöglichen natürlicher Verhaltensweisen – wanderndes und tagvertrautes Rotwild (Andreas KINSER & Hilmar Freiherr v. MÜNCHHAUSEN/ Deutsche Wildtier Stiftung)

Wissen und Training: Basis für ein verantwortungsvolles Jagdhandwerk (Heiko HORNUNG/ Redaktion WILD UND HUND)

Empfehlungen an Politik und Praxis

Wider die Doppelmoral beim Umgang mit Wildtieren: Empfehlungen an die Politik (Dieter DEUSCHLE/ LJV Baden-Württemberg)

Kriterien für eine zukunftsfähige Jagd: Empfehlungen an die Praxis (Friedrich REIMOSER/ Universität für Bodenkultur Wien)

Einführung in die Exkursionsziele

Lebensraumnutzung des Rotwildes in Mecklenburg-Vorpommern am Beispiel des Darss/Zingst (Matthias NEUMANN & Frank TOTTEWITZ/ Thünen-Institut für Waldökosysteme)

Posterpräsentationen

Beeinflussung des Raum-Zeit-Verhaltens von Rotwild (Cervus elaphus) durch großräumige Beweidungsprojekte auf ausgewählten DBU-Naturerbeflächen – eine Projektvorstellung (Siegfried RIEGER et al./ Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde)

Vergleichende Analyse verschiedener Methoden zur Erfassung von freilebenden Huftieren (Reinhild GRÄBER et al./ Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung)

Wildschwerpunktgebiete in Mecklenburg-Vorpommern (Matthias NEUMANN/ Thünen-Institut für Waldökosysteme)

Untersuchung der Knochenmarkfettgehalte von Rot- und Rehwild in Niedersachsen (Jan WAGNER et al./ Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung)

Das Bestellformular finden Sie hier.

Rotwild-Wanderausstellung in Kaltenbronn

(Badisches Tagblatt vom 08.12.2014) Von diesem Sonntag bis Ende Februar bietet der Kaltenbronn wieder etwas Neues: Die Rotwild-Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung. Das imposanteste Tier in unseren Breiten steht in dieser Wintersaison im Mittelpunkt im Infozentrum Kaltenbronn. Die mittlerweile dritte Sonderausstellung des Infozentrums befasst sich mit der Biologie und der Lebensweise der Tiere. Rund um den Hingucker – ein lebensgroßes Hirschpräparat zum Anfassen – gibt es eine Menge Information zu den imposanten Tieren. Ergänzend zur bundesweiten Situation wird das Thema Rothirsch aber auch „schwarzwaldweit“ aufbereitet: von der Entwicklung der Wildbestände über Jagdstrecken und dem Spannungsfeld zwischen Waldwirtschaft, Wildökologie und Wildhege. Neben Informationen über das spannende Tier steht viel Erlebbares für Jung und Alt auf dem Programm. Wie fühlt sich ein Winter- oder ein Sommerfell der Tiere an? Wie sehen die Fährten aus? Und ist das Reh nun die Frau des Hirsches?

Die Sonderausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten zu sehen. Es gilt die Eintrittsgebühr für das Infozentrum. Erwachsene drei Euro, Kinder zwei Euro. Nähere Informationen zur Rotwildwanderausstellung am Kaltenbronn finden Sie hier.

Öffnungszeiten:
Das Infozentrum ist in der Winterzeit von Mittwoch bis Freitag 13 bis 17 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonntagen und an allen Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr. An Heiligabend ist das Infozentrum geschlossen.

Großrudel beim Rotwild

Mit der Bildung von Großrudeln sucht Rotwild den Schutz in der Menge. Besonders beim Vorkommen von Wölfen ist die Begründung für solche Großrudel dann schnell gefunden. Zu den vielen alltäglichen Problemen bei der Jagdausübung käme damit ein neues; denn in der Tat ist die Bejagung solcher Großverbände besonders schwierig. Und nicht zuletzt verursachen Großrudel besonders große Wildschäden. Aber welche Faktoren sind es wirklich, die das räumliche und soziale Verhalten von Rotwild und anderen sozial lebenden Pflanzenfressern bestimmen, und welche Rolle spielen dabei die Wölfe?

Einen Beitrag von Ulrich Wotschikowsky zum Vorkommen von Großrudeln lesen Sie hier.  

Tierschutz darf bei der Jagd nicht auf der Strecke bleiben!

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Jagd“ ## Warum gehen wir Menschen so unterschiedlich mit Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt. Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die fünfte Folge thematisiert die Jagd.

Wölfe, Bären und Luchse kennen bei der Jagd auf Beutetiere weder Ethik noch Moral! Sie töten, um zu fressen: Dabei ist es ihnen gleich, ob die gerissene Beute ein Muttertier ist und das Junge einsam und verlassen den Hungertod stirbt oder der gehetzte Hirsch im Winter jedes Gramm Fett zum Überleben braucht. So ist Natur! Doch der Mensch hat andere Maßstäbe. „Ethik und Moral unterscheiden den jagenden Menschen vom Raubtier“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Im Gegensatz zum Raubtier versuchen ethisch handelnde Jäger ganz bewusst, Wildtieren Leid zu ersparen. Dazu gehört, neben vielen weiteren Aspekten, Muttertiere nie vor Jungtieren zu erlegen und jedes verwundete Tier so schnell wie möglich von seinem Leiden zu erlösen. „Leider gibt es immer wieder gewissenlose Jäger, die den Muttertierschutz nicht besonders ernst nehmen“, mahnt Münchhausen. Genauso schlimm ist, wenn nicht jedes beschossene Tier mit einem geeigneten Hund nachgesucht wird. „Wir fordern alle Jäger auf, über Jagdethik nicht nur am Stammtisch zu reden, sondern auch danach zu handeln! Dabei darf es keine Unterschiede zwischen einer Wildtaube und einem Rothirsch geben“, fordert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Neben der Jagdpraxis sollte auch die Jagdgesetzgebung moralischen Ansprüchen unterliegen. Nicht zuletzt müssen Gesetze dafür sorgen, dass Wildtiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können. „Doch leider wird gerade der Rothirsch durch politische Vorgaben an seinen natürlichen Wanderbewegungen gehindert“, kritisiert Münchhausen. Darüber hinaus führen die im europäischen Vergleich besonders langen Jagdzeiten beim Rotwild in Deutschland dazu, dass die Tiere im Winter häufig ihre Energiereserven nicht schonen können. Die Folge: Waldvegetation wird durch Verbiss und Schälen geschädigt.
Woher der Wind bei der Frage rund um Jagdzeiten gerade weht, zeigt sich aktuell in Niedersachsen: Die Landesregierung hatte eine Verkürzung der Jagdzeiten für Rotwild vorgeschlagen, doch bei der Forst-Lobby regte sich gegen diesen Vorschlag sofort massiver Widerstand. „Leider ist die Landesregierung eingeknickt und hat ihren Vorschlag zurückgezogen“, bedauert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Gerade die letzten beiden Januarwochen seien mit die erfolgreichsten für die Jagd, heißt es in einer Stellungnahme der niedersächsischen Förster. „Dass Wildtiere in den Wintermonaten dringend Ruhe benötigen, wird ignoriert“, sagt Münchhausen und fordert, dass Jagdgesetze auch das Wohl der Wildtiere berücksichtigen.

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel.

Weiterführende Informationen:

Informationen zur Jagdpolitik der Länder finden Sie hier.

Mehr zum Thema Rotwildverbreitung erfahren Sie hier.

Bitte nicht füttern! Oder doch…?

## Presseinformation zum 7. Rotwildsymposium: „Fütterung“ ## Warum gehen wir Menschen so unterschiedlich mit Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt. Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die vierte Folge thematisiert den Konflikt um die „Fütterung“ von Wildtieren.

Warum füttern die Menschen Spatzen und Meisen im Winter, aber keine Greifvögel oder Raben? Die meisten Arten, die an ein Futterhäuschen kommen, sind im Bestand nicht bedroht. „Das Motiv für das Füttern von Wildtieren ist nicht der Schutz von Arten, sondern Mitleid mit der Not einzelner Tiere“, meint Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Darüber hinaus erfreuen sich Menschen gerade in der Winterzeit an den kleinen Singvögeln. Amsel, Drossel, Fink und Star sind leicht zu versorgen, doch was ist mit der Krähe oder dem Mäusebussard? „Hier sind Handlungsmöglichkeiten und Mitleid gleichermaßen begrenzt“, so Münchhausen.
Um das Füttern von großen Wildtieren wie Rot- und Rehwild werden von Naturschützern, Waldbesitzern und Jägern heftige Diskussionen geführt. Denn die Bestände an Schalenwild sind in Deutschland hoch. Soll man harten Wintern das Ausmerzen von kranken und schwachen Tiere überlassen, um die Populationsdichte durch Nahrungsknappheit zu regulieren? „Am Ende entscheidet der Mensch, welche Tiere ihr Fressen `wert` sind und welche nicht“, sagt Münchhausen. Der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung hält es für notwendig, dass in wirklichen Notzeiten auch die großen Wildtiere gefüttert werden. „In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft findet Rot- und Rehwild in harten Wintern mit hoher Schneelage oder verharschter Eisdecke sehr wenig Nahrung.“

Auch Störungen durch Spaziergänger, Jogger und Wintersportler verlangen flüchtenden Tieren viel Energie ab. Die Folge: Einige Rehe und Hirsche verhungern; die Überlebenden schädigen durch Verbiss und das Schälen von Rinde den Wirtschaftswald. „Artgerechtes Füttern in wirklichen Notzeiten ist eine moralische Verpflichtung und ein Beitrag, um den Konflikt zwischen den Ansprüchen von Wildtieren und den ökonomischen Zielen der Forstwirtschaft zu entschärfen“, betont Münchhausen. Der Mensch füttert gern, denn Tier-Liebe geht bei den meisten durch den Magen. „Besser als zu Füttern wäre es, wenn Wildtiere geeignete Lebensräume hätten“, fordert Münchhausen. Ob Kleingärtner, Waldbesitzer oder Jäger – jeder, der Flächen besitzt oder Natur nutzt, kann etwas für Wildtiere tun. Das beginnt bei der Gestaltung von Gärten und hört bei der intensiven Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft auf.

Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. – 28. September 2014 in Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ und durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und Dr. Helmuth Wölfel.

Weiterführende Informationen:

Mehr zum Thema Konflikte zwischen Rotwild und Mensch erfahren Sie hier.

Die Positionen der Deutschen Wildtier Stiftung zur Rotwildpolitik finden Sie hier.