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Neue Rotwild-Managementkonzepte in Bayern

(Quelle: Jagderleben.de/ 17.2.2023) In einigen Revieren des Forstbetriebs Hammelburg der Bayerischen Staatsforsten ist die Neuschäle mit fünf Prozent untragbar hoch. Doch anstatt einfach nur an der jagdlichen Stellschraube zu drehen, haben die Verantwortlichen vor Ort nun ein umfassendes Rotwild-Managementkonzept vorgestellt. Die Kernpunkte des Konzeptes sind Jagd, Jagdruhe und Lebensraumqualität. Das Konzept wurde mittlerweile auch vom benachbarten Forstbetrieb Bad Brückenau übernommen. Klar ist dabei allen Beteiligten, dass es Rotwild nicht zum Nulltarif gibt.

Wildwiesen und Nachtjagd-Verbot

Das Rotwild-Managementkonzept sieht unter anderem vor, den Jagddruck in der Fläche zu reduzieren. Denn mit dem Einsatz von Nachtsicht- und Wärmebildtechnik bei der Schwarzwildjagd wird auch das Rotwild deutlich mehr gestört. Zukünftig sollen im Wald attraktive Wildwiesen jagdlich beruhigt werden. Im Wald gilt außerdem ein Nachtjagdverbot für Schwarzwild und die Anzahl der Pirschbezirke wurde verringert. Die Jagdzeit wird im Wald allerdings nur wenig eingeschränkt: Vom 1. Juli bis zum 21. Juli sowie im Februar, März und April herrscht Jagdruhe auf alles Schalenwild. Für Reh und Rotwild ergibt sich dadurch eine kaum längere Schonzeit als bisher.

Bei der zuständigen Rotwildhegegemeinschaft Bayerische Rhön stößt das Rotwild-Managementkonzept auf offene Ohren. Zukünftig wollen die Verantwortlichen die erzielten Ergebnisse in einem fünfjährigen Turnus evaluieren und gegebenenfalls anpassen.

Fazit

Mit dem  Rotwild-Managementkonzept in der Bayerischen Rhön verlassen nach den Forstbetrieben Fichtelberg und Rothenbuch zwei weitere Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten endlich den Teufelskreis aus Wildschäden und steigendem Jagddruck. Sie haben erkannt, dass neben der Jagd genauso Jagdruhe und Lebensraumqualität wichtige Stellschrauben für erfolgreichen Waldbau mit Wild sind. Allerdings ist das Konzept an manchen Stellen eher halbherzig: Mit nur 3,5 Monaten Schonzeit werden Rot- und Rehwild kaum längere Ruhephasen gegönnt als als es der Gesetzgeber in Bayern tut. Und der ausdrückliche Verzicht auf Wildruhezonen lässt viele Schlupflöcher für ein „Weiter so wie bisher“ offen. Wirklich konsequent wären eine Gesamtjagdzeit von nur sechs Monaten im Wald und echte Wildruhezonen mit maximal zwei Jagdtagen im Jahr gewesen. Wenn dann auch noch  Pionierphasen der Waldverjüngung mit Weichhölzern und Sträuchern an einigen Ecken im Lebensraum zugelassen oder gar unterstützt werden, steht einem Erfolg der neuen Wege im Rotwildmanagement nichts mehr entgegen.

Den vollständigen Artikel auf jagderleben.de finden Sie hier.:


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