Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch

Cervus elaphus, der Rothirsch, ist Deutschlands größte Hirschart. Daneben gibt es bei uns noch Damhirsche und Sikahirsche. Mit der biologisch korrekten Artbezeichnung „Rothirsch“ können sowohl die männlichen als auch die weiblichen Tiere gemeint sein. Üblich ist bei uns daher der Begriff „Rotwild“. Mindestens zweijährige weibliche Tiere werden als Alttiere oder Hirschkühe bezeichnet, die Kälber zur Welt bringen. Die Jährlinge werden Schmaltiere (♀) bzw. Schmalspießer (♂) genannt. Wie fast alle Hirscharten tragen nur die männlichen Tiere ein Geweih, das jährlich gewechselt wird.

Als Paarhufer zählt Rotwild zum sogenannten Schalenwild – ein Begriff, der sich von der Form der Hufe ableitet. Auch Rehe gehören zum Schalenwild und zur Familie der Hirsche, der Cerviden. Doch Rothirsch und Reh sind nur entfernt miteinander verwandt. Sie unterscheiden sich stark in der äußeren Erscheinung, in ihren Ansprüchen und Verhaltensweisen. Im Gegensatz zu Rehen ist das Sozialverhalten von Rotwild hochentwickelt: Die Tiere bilden Rudel, um sich sicher zu fühlen. Neben den sogenannten Kahlwildrudeln, die aus weiblichen Tieren und ihrem Nachwuchs bestehen, leben die Hirsche vor allem im Frühjahr und Sommer in Hirschrudeln. In der Feistzeit zwischen Juni und August fressen sie sich Fettreserven für die Brunft an. Im September und Oktober folgen die Hirsche dem Kahlwild auf die traditionellen Brunftplätze.

Mit einem geschätzten Bestand von mindestens 200.000 Stück ist der Bestand des Rotwildes in Deutschland gesichert. Doch selbst auf den 25 % der Bundesfläche, auf denen Rotwild vorkommt, kann die Art nur sehr selten ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen. Den mit dem Vorkommen von Rotwild sind häufig Konflikte mit der Land- und Forstwirtschaft verbunden. Leider wird beim Umgang mit unserem größten heimischen Säugetier aber häufig übersehen, dass Rotwild auch eine wichtige ökologische Funktion in seinen Lebensräumen übernimmt.

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