Rotwildmanagement
Könnte Rotwild in Deutschland seinem arteigenen Verhalten nachgehen, würde es sehr schnell weite Teile des Offenlandes wieder besiedeln. Dies lernen wir bei einem Blick auf die Truppenübungsplätze und viele Großschutzgebiete.
Häufig genug aber verlässt Rotwild erst in der Nacht die Dickungen und Stangenhölzer, um sich außerhalb den Pansen zu füllen. Nicht zuletzt der starke Bejagungsdruck hat das Rotwild an vielen Orten in Deutschland zu einem heimlichen Nachttier werden lassen. Wo keine andere Lösung zur Erfüllung des Abschussplanes gesehen wird, werden großzügige Ausnahmen vom Nachtjagdverbot erlassen.
Ist es bei dieser Behandlung verwunderlich, dass Rotwild in den Einständen schält und nachts Schäden auf den landwirtschaftlichen Kulturen verursacht? Nein, diese Probleme entstehen, da es dem Rotwild unmöglich gemacht wird, artgerecht zu leben.
Doch wie könnte ein neuer, besserer Umgang mit Rotwild aussehen? In verschiedenen Regionen in Deutschland versucht man mittlerweile, Rotwild ein artgerechteres Leben zu ermöglichen.
Der Einklang zwischen Wald, Wild und Mensch ist heute vielerorts schwierig. Ziel mehrerer Schalenwildprojekte der AG Wildbiologie an der TU München sind die Entwicklung von Managementplänen zusammen mit den Interessensgruppen vor Ort, sowie die Erarbeitung eines modellhaften Vorgehens für Schalenwildmanagementpläne in anderen Regionen.
AG Wildbiologie (TU München)
In einer Situationsanalyse schildern Cédric Berli, Johannes Jenny, Rainer Klöti, Thomas Laube und Richard Zuckschwerdt die Geschichte und das Vorkommen des Rothirsches im Schweizer Kanton Aargau. Die Autoren werfen einen Blick auf die Verbreitung von Rotwild in den Nachbarkantonen und in Baden-Württemberg. Für eine zukünftige Ausbreitung des Rothirsches diskutieren sie mögliche Wanderbewegungen der Tiere und notwendige Maßnahmen für deren Schutz.
Kanton Aargau
Das Rotwildgebiet Südschwarzwald ist eines der fünf in Baden-Württemberg ausgewiesenen Rotwildgebiete. Seit Juni 2005 arbeitete eine Projektgruppe unter der fachlichen Lenkung durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) an einer großräumigen Konzeption für das Rotwildgebiet Südschwarzwald. Als Ergebnis liegt ein Management-Konzept vor, das den Lebensraum-Ansprüchen des Rotwilds, aber auch den Interessen der Landnutzer Rechnung tragen soll.
Konzeption Südschwarzwald
In einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind die Chancen für die Rückkehr des Rotwilds in der Grenzregion am linken Niederrhein untersucht worden. An dieser Untersuchung beteiligten sich das Regionalforstamt Niederrhein, die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung des Landes NRW, die niederländische Provinz Limburg und die niederländische Staatsforstverwaltung.
Habitatanalyse Niederrhein
Das Institut für Wildbiologie und Jagdkunde der Universität Göttingen wurde vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Raume des Landes Schleswig-Holstein mit der Erstellung einer Lebensraumverbundanalyse für den Rothirsch als Indikatorart beauftragt. Den umfassenden Endbericht zu Lebensraumsituation, Lebensraumverbund und Management des Rothirsch in Schleswig-Holstein
finden Sie hier.
Managementplan Schleswig-Holstein