20 Jahre genetisches Monitoring in Niedersachsen

Rotwild (Cervus elephus) ist das letzte heimische Großsäugetier in Deutschland. Der ursprüngliche Bewohner offener Steppenlandschaften, dessen Populationsbiologie auf eine hohe Durchlässigkeit der Landschaft ausgelegt ist, kommt heute größtenteils nur noch in isolierten Teilpopulationen vor. In Deutschland ist seine Verbreitung auf 140 ausgewiesene Rotwildgebiete beschränkt. Nur in den Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland unterliegt Rotwild außerhalb seiner verbliebenen Verbreitungsgebiete keinem Abschussgebot. Doch auch seine letzten Rückzugsgebiete sind durch die fortschreitende Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft und durch intensive Landnutzung in ihrer Eignung als Rotwild-Lebensraum eingeschränkt. Erste Beobachtungen weisen lokal begrenzt bereits auf eine zunehmende Inzuchtproblematik in kleinen Populationen hin.

Mit dem Projekt zum „Genetischen Monitoring beim Rotwild“ führte die Deutsche Wildtier Stiftung in Kooperation mit der Dozentur für Wildökologie und Jagdwirtschaft der Technischen Universität Dresden zwischen den Jahren 2005 bis 2007 Untersuchungen in drei Teilpopulationen des Rotwildes in Niedersachsen durch. Für die Projektregionen in der Lüneburger Heide, dem Harz und dem Solling lagen bereits genetische Auswertungen aus den 1980er Jahren vor. Mit identischen Methoden sollte 20 Jahre später analysiert werden, ob sich die Rotwildbestände in den Projektregionen genetisch differenziert haben und wie stark die Differenzierung ist. Zentrale Fragestellung des Projektes war also, ob sich ein Zerschneidungseffekt der Hauptverkehrsachsen Niedersachsens, der Autobahnen A 7 und A 2, auch in der Entwicklung genetischer Kenngrößen beim Rotwild nachweisen lässt.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Partner

  • Deutsche Wildtier Stiftung
  • Vauna
  • TU Dresden