Untersuchungen zur Lebensraumnutzung des Rotwildes (Cervus elaphus L.) im Thüringer Wald durch GPS-Satelliten-Telemetrie
Zwischen den Wintern 2002/03 und 2005/06 konnten 18
männliche und 8 weibliche Stücke Rotwild unterschiedlichen Alters im Mittleren
Thüringer Wald mit GPS-Sendehalsbändern ausgestattet werden. Die teilweise
ausgedehnten Wanderungen und Gesamtstreifengebietsgrößen verdeutlichen, dass
Rotwild nur großflächig bewirtschaftet werden kann. - Die markierten Hirsche
beanspruchen durchschnittlich 3.900 ha große Gebiete, wobei Streifgebietsgrößen
zwischen 1.000 und 11.700 ha ermittelt wurden. - Beim Kahlwild liegt die
durchschnittliche Streifgebietsgröße bei 510 ha. - Auch jahreszeitenabhängig waren
die Streifgebiete der Hirsche deutlich größer als die des Kahlwildes. Ältere
Hirsche und weibliche Stücke waren wesentlich standorttreuer als junge Hirsche.
Besonders 2- bis 7-jährige Hirsche unternehmen oft weite Wanderungen oder
migrierten in neue Gebiete. - Im Winter wurden bei allen besenderten Stücken
deutlich kleinere Streifgebiete nachgewiesen. Hier konzentriert sich das Wild
auf geringem Raum in der Nähe von Fütterungen. - Bei kontinuierlicher
Winterfütterung lässt sich das Rotwild räumlich konzentrieren, was großräumlich
zu einer Entlastung des Wildschadensgeschehens führt.
Autoren: Neumann, M.; Tottewitz, F.;Sparing, H.; Gleich, E.






