Rothirsche senden SMS aus dem Nationalpark

Um die Wanderung von Rothirschen im Nationalpark Bayerischer Wald über Satelliten zu bestimmen, wird seit dem 14. März 2002 eine weltweit neue Technik angewandt. Bisher wurden 3 Tiere ein Hirsch im Alter von ca. 8 Jahren, ein einjähriger Hirsch und ein ca. 10 jähriges weibliches Tier im Wintergatter Neuhüttenwiese besendert.

Die Rothirsche tragen ein 750 g leichtes High Tech Halsband, das ihre Aufenthaltsorte 7 mal pro Tag per GPS (Global Positioning System) bestimmt und speichert. Neu ist die Form der Datenübertragung: Die Aufenthaltsorte der Tiere werden einmal pro Tag über ein im Halsband integriertes GSM-Modem (Global System for Mobile Communication), wie eine, über Handy verschickte SMS (Short Message Service) versendet. Die Daten kommen direkt ins Büro der Forscher, wo sie im Computer auf digitale Landkarten übertragen und ausgewertet werden.

Bisher war die Telemetrie sehr aufwendig, da die Tiere im Feld mit einer Antenne angepeilt werden mußten. Das heißt Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung waren mit dem PKW unterwegs, um die besenderten Tiere zunächst aufzusuchen, anschließend wurden die Peilungen von mindestens zwei Standorten durchgeführt und in eine Karte eingetragen. Am Schnittpunkt der beiden Peillinien befand sich dann das gesuchte Tier. Um die drei besenderten Hirsche zu Verfolgen und täglich 8 Peilungen vorzunehmen würden wir bei der herkömmlichen Vorgehensweise ein bis zwei Mitarbeiter benötigen. Das wäre sehr teuer und die Störung durch das Herumfahren und Suchen der Tiere wäre sehr groß. Zudem sind die Peilungen via Satellit viel genauer als beim herkömmliche Verfahren. Während wir bei der Rothirschtelemetrie 1979-1981 nur eine Genauigkeit von ca. 100 m erreichten, beträgt die Abweichung des neuen Systems im Mittel nur ca. 15 m.

Text: Nationalpark Bayerischer Wald

www.nationalpark-bayerischer-wald.de/de/left/forschung/rotwildtelemetrie.htm

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